Mediävistische Perspektiven

Die «Zürcher Mediävistik» gibt seit Herbst 2010 die Schriftenreihe «Mediävistische Perspektiven» heraus, welche die Breite der mediävistischen Forschung an der Universität Zürich und darüber hinaus repräsentieren soll. Mitglieder können die Bände zu einem günstigeren Preis bei der Koordination bestellen.

 

Sarah Kay: Philology's Vomit. An Essay on the Immortality and Corporeality of Texts. Zürich 2017 (Mediävistische Perspektiven 5)

88 S., 17 Farbabbildungen, ISBN 978-3-0340-1427-4

Cardelle
Cardelle

This essay considers philology from the standpoint of its recent reinvention as a theoretical discipline, reflecting in particular on how corporeal insistence and immortal significance compete for priority in the philo­logical study of texts. It takes as its guiding thread the episode in Martianus Capella’s Marriage of Philology and Mercury in which Philology, touched by Immor­tality, vomits up books which are then appropriated by the Muses and the liberal arts for use in their teaching.
This episode’s combination of visceral physicality with the promise of immortality invites comparison with concerns current among philologists today, such as “material” and “queer” philology, the extent to which manuscript culture is legible, and the nature of textual production and reproduction. Reactions to this passage dating from the seventh to the twenty-first centuries show both how these concerns have been addressed historically, and how Martianus’s portrayal of Philology is relevant to the theorization of philology today.

 

 

Carmen Cardelle de Hartmann: Parodie in den Carmina Burana. Zürich 2014 (Mediävistische Perspektiven 4)

91 S., ISBN 978-3-0340-1199-0

Cardelle
Cardelle

In der Lyriksammlung des Codex Buranus findet sich eine beeindruckende Auswahl an weltlicher Lyrik des 12. und beginnenden 13. Jahrhunderts. Was dieser Sammlung einen besonderen Charakter gibt, ist ihr sorgfältiger Aufbau: Ein Redaktor hat die Texte mit Bedacht nach formalen und inhaltlichen Kriterien disponiert. Anhand einiger ausgewählter Beispiele der Sammlung werden Aspekte wie der Bezug der Parodie zum parodierten Text, die Beziehung zwischen Parodie und Satire oder der Humor der Parodie diskutiert. Dabei wird auch die Position des jeweiligen Gedichtes in der Sammlung betrachtet, um nachzuspüren, wie die umgebenden Texte die Parodie in ein bestimmtes Licht setzen und wie die Parodie wiederum auf sie ausstrahlt.

 

 

Peter Stotz: Die Bibel auf Latein – unantastbar? 3., aktualisierte Auflage. Zürich 2015 (Mediävistische Perspektiven 3)

78 S., ISBN 978-3-0340-1106-8

Stotz
Stotz

Die Heilige Schrift war im mittelalterlichen Europa – abgesehen von dessen östlichsten Gebieten – fast ausschließlich in lateinischer Sprache in Gebrauch. Nur selten griff jemand auf die Urtextfassungen zurück, und wenn man auch da oder dort volkssprachliche Übersetzungen schuf, waren sie von nur geringem Gewicht. Im Bereich der katholischen Kirche dauerte dieser Zustand bis weit in die Neuzeit hinein an. Nun hat der lateinische Bibeltext eine erstaunlich bewegte Geschichte. Und im Umgang mit ihm, wie auch in den Vorstellungen, die man sich von ihm machte, äußern sich zeittypische Anschauungen und Einstellungen, deren Kenntnis unser Bild jener Jahrhunderte zu bereichern vermag.

 

 

 

Christian Kiening: Mystische Bücher. 2., durchgesehene und verbesserte Auflage. Zürich 2015 (Mediävistische Perspektiven 2)

90 S., 12 Abb., ISBN 978-3-0340-1104-4

Kiening
Kiening

«Mystische und geheime Bücher nennen wir die, die von erhabenen, verborgenen, wunderbaren Dingen handeln; sie beanspruchen für sich ganz eigene Leser; sie werden gewöhnlich weder von allen zur Lektüre zugelassen noch können sie von allen gleichermaßen verstanden werden. Nicht alle finden deshalb den gleichen Geschmack an diesen Büchern: manche loben, andere verurteilen sie.» 

Daniel Georg Morhof (1688)

 

 

 

 

 

Max Wehrli 1909–1998. Herausgegeben von Christian Kiening und Mireille Schnyder. Zürich 2010 (Mediävistische Perspektiven 1)

84 S., ISBN 978-3-0340-1055-9

Wehrli
Wehrli

Max Wehrli, langjähriger Professor für Ältere deutsche Literaturwissenschaft in Zürich, war einer der bedeutendsten Literaturwissenschaftler und Mediävisten des 20. Jahrhunderts. Der vorliegende Band vereint zwei seiner wichtigsten Aufsätze mit Beiträgen zur Aktualität seines Werks. über ein Ich – Gender – Das «weibliche Ich».