Lehre: Aktuell
Mediävistische Lehrveranstaltungen FS 2013
Ergänzungen und Änderungen bitte der Koordinationsstelle melden!
Bartuschat, Johannes
Cosa significa scrivere la storia? La storiografia in Italia dal Medioevo al Rinascimento
Mi 12.15–13.45, ab 27.02.
Studio – attraverso una scelta di testi rappresentativi – della storiografia in Italia dal Due al Cinquecento, con particolare attenzione al metodo storiografico e alle tecniche della narrazione storica. L´evoluzione della scrittura e delle forme della storiografia sarà messa in relazione con la rappresentazione di eventi storici nei testi letterari coevi.
Il dibattito moderno sulla ‹storia› e la sua scrittura, articolato intorno a nozioni come ‹narrazione›, ‹verità›, ‹evento› e ‹testimonianza›, sarà un punto di riferimento costante di queste lezioni che vorrebbero offrire una riflessione sul significato della storiografia nel passato e nel presente.
Per un primo orientamento bibliografico: Bloch, Marc, Apologia della storia o mestiere di storico, trad. it. di G. Gouthier, Einaudi, Torino 1998; Le Goff, Jacques, Storia e memoria, Einaudi, Torino, 1982; Capitani, Ovidio, La storiografia medievale, in La Storia. I grandi problemi dal medioevo all’età contemporanea, Il Medioevo, 1, I: I quadri generali, a c. di N. Tranfaglia- M. Firpo, Torino, Utet, 1988, pp. 752–792; Cochrane, Eric William, Historians and Historiography in the Italian Renaissance, Chicago, University Press, 1981; Guenée, Bernard, Histoire et culture historique dans l’Occident médiéval, Paris Aubier, 1991; Smalley, Beryl, Storici nel Medioevo, Napoli, Liguori, 1979; Southern, Richard W., La tradizione della storiografia medievale, Bologna, Il Mulino, 2002.
Cardelle de Hartmann, Carmen
Literaturgeschichte im Überblick I: Frühmittelalter
Mi 10.00–12.00
In diesem Semester behandeln wir die Literatur des Frühmittelalters. In dieser Zeit schrieben Autoren, welche die Weichen für die weitere Entwicklung des kulturellen und literarischen Lebens im Mittelalter stellten: Cassiodor, der die Beschäftigung mit den Wissenschaften in den Dienst der Bibelexegese stellte und sie dadurch ermöglichte, Isidor und Beda, die das Wissen der Antike systematisierten, Benedikt und Gregor der Grosse, die das geistige Leben tief prägten. Das sprachliche und stilistische Spektrum geht von der Literatur des westgotischen Spaniens, die einen Ausklang der antiken Tradition darstellt, bis zur vitalen Innovationskraft der Iren und Angelsachsen. In der ersten Stunde der Veranstaltung wird jeweils ein Autor vorgestellt, in der zweiten Stunde lesen und kommentieren wir einen repräsentativen Text. Die Vorlesung wird von einem Tutorium zur Vorbereitung der Texte begleitet.
Dazu Mi 9–10 Tutorat bei Severin Hof.
Cardelle de Hartmann, Carmen und Ulrich Eigler
Die Klöster und die Klassiker
Do 10–12
Die antike Literatur hat im Mittelalter überlebt. Ihre Überlieferung kann daher nur verstanden werden, wenn man die mittelalterlichen Bedingungen von Schrift- und Buchkultur sowie den jeweiligen institutionellen Rahmen kennt. Klassische Philologen nehmen diesen Zusammenhang meistens nur in einer dürren Liste von Handschriften zur Kenntnis, die von den jeweiligen Editoren der Oxford oder Teubner-Texte verwendet werden. In der Vorlesung sollen diese Listen zum Leben erweckt werden. Diese wird sich daher zunächst mit der Frage beschäftigen, wie innerhalb der karolingischen Klosterkultur die antiken lateinischen Autoren nach einer langen Zeit der Vernachlässigung neu entdeckt und abgeschrieben werden. Dabei wollen wir einzelne Überlieferungszentren und die jeweils wichtigsten Codices vorstellen. Der Hauptakzent liegt selbstverständlich auf Klassikern wie Vergil, Cicero, Horaz oder Ovid. In einem weiteren Schritt werden Einzelzeugnisse der aktiven Rezeption dieser Autoren stehen, um verständlich zu machen, dass sie nicht nur abgeschrieben wurden, sondern auch in einem lebendigen Prozess der Anverwandlung standen. Im Rahmen der Vorlesung wird eine zweitägige Exkursion zu einem der behandelten Klöster mit Handschriftenarbeit stehen.
Eigler, Ulrich und Carmen Cardelle de Hartmann
Die Klöster und die Klassiker
Do 10–12
Die antike Literatur hat im Mittelalter überlebt. Ihre Überlieferung kann daher nur verstanden werden, wenn man die mittelalterlichen Bedingungen von Schrift- und Buchkultur sowie den jeweiligen institutionellen Rahmen kennt. Klassische Philologen nehmen diesen Zusammenhang meistens nur in einer dürren Liste von Handschriften zur Kenntnis, die von den jeweiligen Editoren der Oxford oder Teubner-Texte verwendet werden. In der Vorlesung sollen diese Listen zum Leben erweckt werden. Diese wird sich daher zunächst mit der Frage beschäftigen, wie innerhalb der karolingischen Klosterkultur die antiken lateinischen Autoren nach einer langen Zeit der Vernachlässigung neu entdeckt und abgeschrieben werden. Dabei wollen wir einzelne Überlieferungszentren und die jeweils wichtigsten Codices vorstellen. Der Hauptakzent liegt selbstverständlich auf Klassikern wie Vergil, Cicero, Horaz oder Ovid. In einem weiteren Schritt werden Einzelzeugnisse der aktiven Rezeption dieser Autoren stehen, um verständlich zu machen, dass sie nicht nur abgeschrieben wurden, sondern auch in einem lebendigen Prozess der Anverwandlung standen. Im Rahmen der Vorlesung wird eine zweitägige Exkursion zu einem der behandelten Klöster mit Handschriftenarbeit stehen.
Faccani, Guido
Das frühe Christentum in der Schweiz und die Kastellkirchen
Fr 14.00–15.45
Glauser, Jürg
Skandinavistische Mediävistik
Fr 9.00–9.45
Diese grundlagenvermittelnde Vorlesung bietet eine Einführung in die Gegenstandsbereiche der Literaturen des mittelalterlichen Skandinavien, also der zwischen ca. 800 und ca. 1500 n.Chr. zu datierenden altnordischen Literatur, im Zusammenhang mit den Sprachen, der Geschichte, der Gesellschaft und den Religionen, die in der Wikingerzeit und im Mittelalter in Nordeuropa gängig waren. Anhand der für die skandinavischen Literaturen und ihre Kontexte spezifischen Gegebenheiten werden die wichtigsten Zugangsweisen der Erforschung der mittelalterlichen Dichtung Islands, Norwegens, Dänemarks und Schwedens diskutiert, wobei im Mittelpunkt die zentralen Gattungen (Runen, Edda, Skaldik, Saga, Balladen usw.) stehen.
Literatur: Rory McTurk, ed.: A Companion to Old Norse-Icelandic Literature and Culture, Oxford 2007; Margaret Clunies Ross, ed.: Old Norse Icelandic Literature and Society, Cambridge 2000; Stefan Brink, Neil Price, eds.: The Viking World, 2008; Jürg Glauser, Hg.: Skandinavische Literaturgeschichte, 2006; Heiko Uecker: Geschichte der altnordischen Literatur, 2004; Margaret Clunies Ross: The Cambridge Introduction to The Old Norse-Icelandic Saga, 2010; Jürg Glauser: Island - Eine Literaturgeschichte, 2011.
Glessgen, Martin-Dietrich
Lexicologie médiévale française et occitane
Do 14.00–15.45
La lexicologie et la lexicographie médiévistes connaissent une tradition exceptionnelle en romanistique et sont riches en réalisations exemplaires. Ce cours tentera de donner un aperçu critique des travaux concernant la Galloromania. Il introduira en même temps aux méthodologies de la description et de l’interprétation du lexique français (et occitan), autant d’un point de vue systémique que d’un point de vue évolutif et diachronique. Le cours est un prolongement formateur indispensable des cours d’introduction et d’outils et veut donner aux étudiants une vision générale et en même temps approfondie du lexique. Il prendra également en considération la morphologie dérivationnelle et la formation des mots et les implications syntaxiques du lexique.
La Fauci, Nunzio
Lingua di Dante e Dante linguista
Do 8.00–9.45
In modo semplice ma non corrivo, il corso mira a introdurre i/le discenti a una conoscenza della grammatica del volgare di Dante che, dietro forme quasi sempre simili alle moderne, cela talvolta rapporti funzionali diversi da quelli poi divenuti vigenti nel processo diacronico dell’italiano. Alla prospettiva linguistica, il corso affianca una prospettiva metalinguistica e presenta in modo critico alcune idee del Dante linguista del Convivio e del De Vulgari Eloquentia.
Riferimento bibliografico d’elezione del corso sono i sei volumi dell’Enciclopedia dantesca, a cura di Umberto Bosco.
López Guil, Itzíar
Hitos literarios en el ocaso de la Edad Media: prosa, poesía y teatro
Mo 10.15–12.00
Durante los siglos XIV y XV la intensidad de la Reconquista decae, circunstancia que redunda en beneficio de las artes y, muy especialmente, de la literatura: a lo largo de este curso estudiaremos el contexto histórico-literario en el que surgen el teatro castellano y algunas de las mejores creaciones de nuestra Baja Edad Media. A través de un minucioso análisis discursivo, trataremos de dilucidar e interpretar los rasgos más característicos de obras como El conde Lucanor de Don Juan Manuel, el romancero y el cancionero tradicionales, las Coplas a la muerte de su padre de Jorge Manrique o La Celestina de Fernando de Rojas.
El programa, los materiales del curso y la bibliografía recomendada se publicarán en Olat algunos días antes del inicio de las clases.
Ringvorlesung Historische Linguistik
Di 17.15–19.00
Die Vorlesung wendet sich an fortgeschrittene Studierende; sie vermittelt einen Überblick über die wichtigsten Teildisziplinen der historischen Linguistik und vertieft das Grundlagenwissen zur historischen Betrachtung von Sprache. Dabei wird die diachrone Perspektive der Sprachwissenschaft ebenso thematisiert wie die synchrone Querschnittsperspektive durch historische Sprachstufen; zur Sprache kommen sowohl grammatische wie auch aussergrammatische Fragestellungen (Phonologie, Morphologie, Syntax, Semantik, Pragmatik, Methodik und Methodologie usw.).
Die Themen setzen sich aus dem Lehr- und Forschungsspektrum verschiedener Institute zusammen (Allgemeine Sprachwissenschaft, Anglistik, Germanistik, Indogermanistik, Klassische Philologie, Romanistik und Slavistik), wobei einzelne Fachvertreter sowohl den Forschungsstand als auch eigene Forschungsergebnisse präsentieren. Die Vorlesung bietet damit auch eine gute Möglichkeit, die mit Historischer Linguistik befassten Fächer und Fachvertreter der Universität Zürich kennen zu lernen.
Literatur: Lyle Campbell: Historical Linguistics. An Introduction. Cambridge 2004.
Sandl, Markus
Einführung in die Mediengeschichte der Vormoderne
Mo 16.15–18.00, ab 25.02.
Medien und Geschichte sind eng aufeinander bezogen. Dies ist in der Vormoderne nicht anders als im Zeitalter der modernen Massenmedien. Medien ermöglichen Kommunikation, sie stellen Beobachtbarkeit her und bestimmen so Wahrnehmungs- und Handlungshorizonte der Zeitgenossen. Sie schaffen und strukturieren Zeiten und Räume und besitzen damit soziale, politische und kulturelle Implikationen. Sie bestimmen schliesslich die jeweils herrschenden Vorstellungen von Wissen und Subjektivität, von Wahrheit und Wirklichkeit. Mediengeschichte lässt sich deshalb keineswegs auf einen bestimmten Objektbereich oder die Geschichte von Einzelmedien reduzieren. Sie ist vielmehr in die Geschichtlichkeit, die Historizität des Geschehens selbst verstrickt. Die Vorlesung soll in diesem weiten Sinne einen Überblick über die Mediengeschichte vom Spätmittelalter bis zum beginnenden 19 Jahrhundert bieten.
Literaturhinweise: Dieter Mersch, Medientheorien. Zur Einführung, Hamburg 2006; Helmut Schanze, Handbuch der Mediengeschichte, Stuttgart 2001; Andreas Böhn/Andreas Seidler, Mediengeschichte. Eine Einführung, Tübingen 2008.
Hinweis: Aus organisatorischen Gründen ist für Studierende aller Studiengänge die Anmeldung im entsprechenden OLAT-Kurs wichtig.
Schnyder, Mireille
Das Tier im Text
Do 14.00–15.45
In der Literatur- und Kunstgeschichte ist die mehr ikonologische und motivgeschichtliche Frage nach dem Tier in der Dichtung oder der bildenden Kunst in jüngerer Zeit abgelöst worden von der Frage nach der Darstellungsart der Tierwelt als Ausdruck von Wahrnehmungs- und Denkstrukturen sowie macht- und gesellschaftspolitischen Zusammenhängen. Am Beispiel des Panthers soll exemplarisch aufgezeigt werden, wie Natur als Artefakt menschlicher Wahrnehmungs- und Deutungsmuster entsteht. Dabei wird in der Nachzeichnung kultureller Konstruktionen des wilden Tiers nicht zuletzt die enge Verschränkung und gegenseitige Beeinflussung von naturkundlichem/naturwissenschaftlichem und künstlerischem/literarischem Tierbild deutlich. Auf dem Hintergrund der jeweiligen historischen Diskurse analysiert, dienen die sich verändernden Pantherbilder und -vorstellungen als Indizien für sich wandelnde kulturelle Paradigmen.
Scholz, Sebastian
Das Reich der Ottonen und die Entstehung neuer Herrschaftsstrukturen im 10. Jahrhundert
Fr 10.15–12.00
Die Vorlesung behandelt die Entwicklung des ostfränkisch-deutschen Reiches vom ausgehenden 9. Jahrhundert bis zum Tode Kaiser Heinrichs II. 1024. Nach der Krise des Reiches unter den späten Karolingern war es König Heinrich I. gelungen, einen Ausgleich mit den Herzögen zu erzielen und die Königsherrschaft zu konsolidieren. Durch Erfolge bei der Erweiterung des Reiches nach Westen und besonders bei der Abwehr der Ungarneinfälle schuf er die Grundlage für die Übertragung der Königsherrschaft an seinen Sohn, dem späteren Otto dem Grossen. Bis 1024 blieb die Königsherrschaft in der Familie der Ottonen. Mit der Kaiserkrönung Ottos des Grossen 962 wurde das Kaisertum zudem zu einem wichtigen Faktor in der Herrschaft der deutschen Könige. Mit ihr ging auch eine neue, bisher so nie ausgeübte Zusammenarbeit zwischen Otto und dessen Nachfolgern mit den Päpsten einher. Die Vorlesung bietet einen Überblick über die Gesamtentwicklung im Reich der Ottonen. Im Mittelpunkt steht dabei die Frage, welcher Mittel sich Heinrich I. und seine Nachfolger bedienten, um ihre Herrschaft zu sichern, wie sie ihre Gefolgsleute an sich banden und wie sie sich in Konflikten verhielten. Daneben gilt der Entwicklung und dem Einfluss der Kirche besondere Aufmerksamkeit. Zudem werden wirtschaftliche und gesellschaftliche Veränderungen untersucht.
Literaturhinweise: Gerd Althoff, Die Ottonen: Königsherrschaft ohne Staat, Stuttgart 2005; Matthias Becher, Otto der Grosse. Kaiser und Reich. Eine Biographie, München 2012.
Hinweis: Aus organisatorischen Gründen ist für Studierende aller Studiengänge die Anmeldung im entsprechenden OLAT-Kurs wichtig.
Strässle, Paul Meinrad
Byzanz und Europa Teil II
Di 10.15–12.00, ab 26.02.
Im Rahmen einer systematischen Analyse fragen wir hinsichtlich der Begegnungen zwischen Byzanz und Europa nach den Einflüssen Ostroms auf west- und osteuropäische Staaten in einzelnen Lebensbereichen vom 8. bis 15. Jh. In einer Synopsis sollen die Rolle und Bedeutung des byzantinischen Beitrages zur abendländischen und osteuropäischen Kultur komparativ und typologisch beurteilt werden.
Hinweis: Aus organisatorischen Gründen ist für Studierende aller Studiengänge die Anmeldung im entsprechenden OLAT-Kurs wichtig.
Teuscher, Simon
Höfische Gesellschaft 1100–1600
Do 10.15–12.00
Für das spätmittelalterliche Westeuropa waren die Höfe grosser und kleiner Fürsten Mittelpunkte der politischen Entscheidungsfindung und der kulturellen Produktion. Fürstenhöfe waren Verwaltungsapparate ebenso wie persönliche Netzwerke, Bildungsstätten ebenso wie Warenumschlagplätze, Foren der rauschhaften Unterhaltung ebenso wie der rigiden Verhaltensnormierung. Fürstenhöfe lassen sich also nur schwer in moderne Kategorien einordnen. Sie erschienen auch schon im Mittelalter geradezu als soziale Experimente. Nicht zuletzt deshalb ist in der Forschung immer wieder debattiert worden, inwiefern die Höfe Entstehungsstätten moderner Phänomene wie der romantischen Liebe, der Selbstdisziplin, der Mode oder kriegerischer Männlichkeitsideale waren. Die Vorlesung diskutiert ausgewählte Fragen der Kultur und Gesellschaft europäischer Fürstenhöfe und stellt drei Beobachtungsfelder in den Vordergrund: (1) kommunikative Dimensionen des Konsums (von Nahrung, Kleidung, Hunden etc.), (2) die Bedeutung von Fiktionen als Instrumenten der Regulierung des Zusammenlebens und (3) Zusammenhänge zwischen der Ausbildung vorstaatlicher Verwaltungsapparate und neuer Formen des Umgangs mit Emotionen.
Literaturhinweis: Vale, Malcom: The Princely Court. Medieval Courts and Culture in North-West Europe 1270–1380, Oxford 2001.
Hinweis: Aus organisatorischen Gründen ist für Studierende aller Studiengänge die Anmeldung im entsprechenden OLAT-Kurs wichtig.
Timofeeva, Olga
History of the English Language, Part II
Di 10.15–12.00
This two-semester module is an introduction to the history of English and to English historical linguistics. It is intended for Bachelor students in their second year (Vertiefungsstufe) and consists of two parts: a one-hour lecture and a two-hour seminar. The lecture provides an overview on the history of the English language from the Indo-European pre-history of English to the English spoken today. The seminar introduces the students to Old English (the language spoken and written in Britain between AD 450–1150) in the autumn semester and to Middle English (the language spoken and written in England between AD 1150–1500) in the spring semester. The module gives an insight into these early forms of English, and enables students to read original texts in Old and Middle English with the help of glossaries. It also introduces some basic principles of English historical linguistics and of the study of medieval English literature. The module ends with a written examination.
Please note that the module is obligatory for both Bachelor and Lizentiat students. Participants are required to take both parts of the seminar with the same instructor.
Hinweis: Modules in Vertiefungsstufe are open only to Bachelor students who have successfully completed all five modules of the Bachelor Grundstufe (30CP), and to Lizentiat students. Please note that the accompanying seminars are an integral part of this module and are obligatory for both Bachelor and Lizenziat students.
Trachsler, Richard
Introduction à la littérature française du Moyen Age
Fr 10.15–12.00
Ce cours d’introduction veut présenter le contexte culturel du Moyen Age et illustrer les moments les plus importants de la tradition littéraire. Il fera connaître les différentes formes poétiques pratiquées dans la France médiévale et initiera à la lecture de quelques textes représentatifs, dont on commentera des passages du point de vue littéraire.
Un dossier de textes numérique sera mis à disposition des participants.
Weddigen, Tristan
Raffael
Di 16.15–18.00
Die Vorlesung hat zum Ziel, einen der wichtigsten und einflussreichsten Künstler der Kunstgeschichte vorzustellen. Der Fokus wird auf den Bildzyklen stehen, den er und seine Werkstatt in Rom geschaffen haben. Es sollen Fragen des funktionalen Kontextes, der politischen und religiösen Ikonografie, der Auftraggeberschaft und der Rezeption angesprochen werden.
Hinweise: AuditorInnen sind nicht zugelassen.
Leistungsnachweis: BA- und MA-Studierende erhalten 2 KP für eine bestandene schriftliche Multiplechoice-Prüfung in der letzten Sitzung ohne Möglichkeit der Wiederholung. BA-Studierende müssen weniger Fragen richtig beantworten als MA-Studierende.
Rahmenveranstaltungen: Vorträge auswärtiger ForscherInnen werden per Aushang und Mailingliste des Sekretariats angekündigt. Sie können auf Englisch stattfinden und gehören zum Prüfungsstoff.
Zey, Claudia
Europa im 12. Jahrhundert
Mi 10.15–12.00
Die Kreuzzugsbewegung im Süden der Iberischen Halbinsel und im Orient, das Ende des Investiturstreits, die staufisch-päpstlichen Konflikte, das spannungsreiche englisch-französische Verhältnis, die Entstehung neuer Königreiche an den Rändern des christlichen Europa sowie die Formierung der ersten Universitäten sind herausragende Beispiele für politische und geistesgeschichtliche Umwälzungen im 12. Jahrhundert, die nur durch ihre Einordnung in den gesamteuropäischen Zusammenhang verständlich werden. In der Vorlesung werden diese Entwicklungslinien verfolgt.
Unterrichtsmaterialien: In der Vorlesung werden Blätter mit Quellenauszügen, Genealogien und der wichtigsten Literatur verteilt.
Einführungsliteratur: Egon Boshof, Europa im 12. Jahrhundert. Auf dem Weg in die Moderne, 2007; Michael Borgolte, Europa entdeckt seine Vielfalt 1050–1250, 2002.
Hinweis: Aus organisatorischen Gründen ist für Studierende aller Studiengänge die Anmeldung im entsprechenden OLAT-Kurs wichtig.
Proseminare / Seminare
Bartuschat, Johannes
Il «Decameron» e la novella rinascimentale
Do 14.00–15.45, ab 28.02.
Analisi di novelle e raccolte novellistiche dal Tre al Cinquecento (dal Sacchetti al Bandello), con particolare riguardo alla novella del Quattrocento. L´evoluzione del genere verrà studiata attraverso l´analisi dei temi, della scrittura novellistica e del rapporto con il modello boccacciano. Un primo elenco delle opere da analizzare comprende: F. Sacchetti, Il Trecentonovelle; Gherardi da Prato, Il Paradiso degli Alberti; L. B. Alberti (?), Istorietta amorosa; L. Bruni (?), Seleuco; Manetti, La novella del Grasso Legnaiuolo; Masuccio Salernitano, Novellino; Luigi da Porto, Giulietta e Romeo; M. Bandello, Novelle.
Per un primo orientamento critico: S. Battaglia, Capitoli per una storia della novellistica: dalle origini al Cinquecento, Napoli, Liguori, 1993; R. Brigantini, Il riso sotto il velame. La novella cinquecentesca tra l’avventura e la norma, Firenze, Olschki, 1987; M. Guglielminetti, La cornice e il furto: studi sulla novella del ‘500, Bologna, Zanichelli, 1984; G. Mazzacurati, All´ombra di Dioneo: tipologie critiche e percorsi della novella da Boccaccio a Bandello, Firenze, La Nuova Italia, 1997; La novella italiana. Atti del Convegno di Caprarola 19–24 settembre 1988, Roma, Salerno Editrice, 1989.
Basismodul Linguistik diachron
Der Kurs «Ältere Sprachgeschichte» bildet den zweiten Teil des Basismoduls 105. Dieser Kurs ist als Grundkurs für Studierende in der Orientierungsphase konzipiert und bietet eine Einführung in die Sprachgeschichte des Deutschen von den indogermanischen Ursprüngen bis zum Spätmittelalter. Es werden die Methoden, Theorien und Hilfsmittel der historischen Sprachwissenschaft vermittelt. Im Mittelpunkt stehen die sprachsystematischen Veränderungen des Deutschen (Phonologie, Morphologie, Syntax) in den behandelten Zeitabschnitten. Die einzelnen Sprachstufen bis zum Spätmittelhochdeutschen werden anhand von Textbeispielen vorgestellt. Ein Schwerpunkt des Kurses liegt auf dem Althochdeutschen als ältestem deutschem Sprachsystem. Begleitend zu diesem Seminar wird ein Tutorat angeboten, dessen Besuch dringend empfohlen wird. Dort wird der behandelte Stoff vertieft und das erworbene Wissen anhand von Übungen gefestigt. Die Tutoratszeiten werden in der ersten Sitzung festgelegt. Die Veranstaltung wird nur im Frühjahrssemester angeboten.
Als Kurslektüre dient: Schmid, Hans Ulrich (2009), Einführung in die deutsche Sprachgeschichte. Stuttgart, Weimar: Metzler. Im Weiteren empfohlen: König, Werner (2007), dtv-Atlas zur deutschen Sprache. 16. Auflage. München: dtv.
Gruppe 1 Gabriela Bart, Do 12.15–13.45
Gruppe 2 Michelle Waldispühl, Mi 10.15–12.00
Gruppe 3 Luzius Thöny, Mo 16.15–18.00
Gruppe 4 Chris Caesar de Wulf, Fr 12.15–13.45
Gruppe 5 Mirjam Heinzle Marti, Mi 14.00–15.45
Bitterli, Dieter
Gawain
Mo 8.00–9.45
In Arthurian legend, Gawain is the son of King Arthur’s sister and the most gallant member of his uncle’s Round Table. In the 14th and 15th centuries, Gawain became the central character of a whole group of late Middle English verse romances and ballads. In all of these, the hero has to deal with otherworldly challengers who defy the chivalry of Arthur’s court, as in the intricate Sir Gawain and the Green Knight, whose youthful champion is tested in a magical game of sex, lies and promises. Similarly, Sir Gawain and the Carl of Carlisle tells how Gawain confronts a churlish giant, whose enchantment is lifted in the final beheading scene (a story pattern duplicated in the grotesque The Turk and Gawain). In The Adventures of Arthur at Tarn Wadling, Gawain encounters the grisly ghost of Guinevere’s mother, who prophesies the downfall of the Round Table; while in the fairy-tale The Wedding of Sir Gawain and Dame Ragnell, Gawain has to marry an old hag who ultimately turns into a beautiful young lady freed from the spell of her wicked stepmother.
In this seminar course, we will examine the Middle English Gawain narratives from a variety of critical perspectives and in an attempt to situate them in their linguistic, literary, and cultural contexts. Special attention will be paid to representations of the supernatural and the function of magic, as well as to constructions of otherness, identity, and gender. Concluding discussions will focus on the reincarnations of Gawain in Victorian England and in modern cinema.
Texts: Sir Gawain and the Green Knight, ed., and trans. W. R. J. Barron (Manchester: Manchester UP, 1974, repr. 1998). Sir Gawain: Eleven Romances and Tales, ed. T. Hahn, TEAMS Middle English Texts (Kalamazoo, Medieval Institute Publications, 1995), also available in electronic form at: http://www.lib.rochester.edu/camelot/teams/hahn.htm
Boschetti-Maradi, Adriano
Wallfahrt und Wunderglauben. Archäologie des Barockzeitalters
Di 16.15–18.00
In katholischen Gebieten zählen Wallfahrtsmedaillen und Rosenkränzen zu den häufigsten archäologischen Funden des 18. Jh. Die Kulturlandschaft katholischer Gebiet wird bis heute von Kapellen, Bildstöcken und Wegkreuzen geprägt, deren Ikonographie sich für die Menschen heute nicht ohne weiteres erschliesst. Alle diese Phänomene sind Reflex einer uns heute fremden, typisch barocken Religiosität und stehen oft im Zusammenhang mit Wallfahrten. Die Wallfahrt ist eines der sozial-, wirtschafts- und kulturgeschichtlich bedeutendsten Phänomene der Frühen Neuzeit im katholischen Europa. Im Seminar soll versucht werden, einige dieser Objekte näher kennen zu lernen, sie zu kategorisieren und zu kontextualisieren und deren Bedeutung aus historischer und aus heutiger Sicht zu erschliessen.
Literatur: Hersche, Peter, Musse und Verschwendung. Europäische Gesellschaft und Kultur im Barockzeitalter 2 Bde., Freiburg 2006; Archäologie der Frühen Neuzeit. Mitteilungen der Deutschen Gesellschaft für Archäologie des Mittelalters und der Neuzeit 18, 2007; Religiosität in Mittelalter und Neuzeit. Mitteilungen der Deutschen Gesellschaft für Archäologie des Mittelalters und der Neuzeit 23, 2011.
Lernziele: Vertiefter Einblick in Themen der Archäologie der Neuzeit und in die Kulturgeschichte des Barockzeitalters.
Zielgruppen: Zielgruppe sind Bachelor-Studierende der Mittelalterarchäologie.
Hinweis: Evtl. eine oder zwei Tagesexkursionen. Die Themen sollen möglichst frühzeitig mit dem Dozenten vereinbart werden (adriano.boschetti{a}zg.ch). Max. 22 TeilnehmerInnen.
Die Richtlinien für Arbeiten und Kurzvorträge sind hier zu konsultieren.
Bruggisser-Lanker, Therese und Susanne Uhl
Mystik und Musik. Ausdrucksweisen des Unsagbaren
Mo 16.15–18.00
In zahlreichen Legenden und Viten mystisch begnadeter Menschen, aber auch in theologischen Texten des Mittelalters finden sich Hinweise auf ekstatische Gottesbegegnungen während oder ausserhalb der Liturgie, die von klanglichen Phänomenen begleitet werden. Seuse etwa beschreibt die Erfahrung einer unio mystica beim Singen des Sanctus-Benedictus, bei dem sich nach mittelalterlicher Vorstellung Himmel und Erde berühren, als «zerflossenheit» der Seele: Unaussprechlicher Glanz, «inhizzige[…] begierde» und ein inneres Licht seien in sein Herz gedrungen und hätten ihm «alle sin kraft» geraubt. Als er wieder zu sich kam und die Augen öffnete, die voller Tränen waren, hallten die geistlichen Klänge in seiner Seele nach (Briefbüchlein, VIII. Brief, S. 386.10–30). Das individuelle mystische Erleben und die offizielle liturgische Feier werden dabei so enggeführt, dass die einzelnen Ebenen bisweilen nur noch schwer voneinander zu unterscheiden sind und sich gegenseitig zu bedingen scheinen. An ihrer Schnittstelle steht, nicht nur bei Heinrich Seuse, die Musik, das Medium des Klangs, welches wie das Medium des Textes selbst eine doppelte Funktion haben kann: ein bereits zurückliegendes mystisches Erleben zu beschreiben oder eine Gottesbegegnung überhaupt erst zu ermöglichen. Im Zitat eines Hymnus, einer Prose oder geistlichen Liedes, im inneren Hören einer nicht näher bestimmten himmlischen Musik oder der Schau einer Schar von singenden oder tanzenden Engeln mit Instrumenten wird die von Musik durchdrungene Vision erneut vergegenwärtigt.
Das Seminar möchte daher aus germanistischer und musikwissenschaftlicher Perspektive die Verschränkung der Medien Text und Musik am Beispiel von Mystik und Liturgie thematisieren und analysieren, welche Möglichkeiten und Grenzen den Medien eigen sind, die beide von der Tradition der Negativtheologie her gedacht etwas Unaussprechliches bezeichnen oder sich diesem anzunähern versuchen: der Beziehung des Menschen zum Göttlichen. Dabei sollen auch Fragen der Ästhetik und der Aufführung behandelt werden, welche trotz des engen Bezugs der beiden Medien auf unterschiedliche Weise zu stellen und zu beantworten sind.
Anforderungen: Lateinkenntnisse sind erforderlich. Was Grundlagen des Musikalischen wie des Mittelhochdeutschen betrifft, wird fächerübergreifend Hilfestellung geboten.
Bücheler, Anna
Von Konstantin zu den Kreuzzügen. Eine Einführung in die Kunst des Mittelalters
Do 14.00–15.45
Cardelle de Hartmann, Carmen
Carmina Burana
Di 14.00–16.00
Der Codex München, Bayerische Staatsbibliothek, Clm 4660, wurde bei der Säkularisation der bayerischen Klöster 1803 in Benediktbeuern gefunden, weshalb er als Codex Buranus bezeichnet wird. Darin findet sich eine Sammlung von rhythmischen und metrischen Dichtungen, geistliche Dramen und einigen Prosatexten – die «Carmina Burana» –, einige davon neumiert. Die darin überlieferten Gedichte, meistens im 12. Jh. entstanden, bilden die wichtigste Sammlung weltlicher Lyrik des Mittelalters in lateinischer Sprache. Viele Texte stellen uns vor textkritische und interpretatorische Schwierigkeiten. Im Seminar werden wir uns mit einigen repräsentativen Gedichten auseinandersetzen, zuerst die textkritischen Fragen klären und dann literaturwissenschaftliche Fragen, wie Gattungszugehörigkeit, Formen der Intertextualität oder Bezüge zur volkssprachlichen Dichtung erörtern. Eine gründliche Vorbereitung der lateinischen Texte wird vorausgesetzt. Wer sich beim Übersetzen unsicher fühlt, sollte zusätzlich zum Seminar die Lektüre besuchen.
Chihaï, Dumitru
Introduction à l’histoire linguistique: Introduction à l’ancien français
Mo 14.00–15.45
Le cours vise à rendre les étudiant(e)s capables de lire et de traduire des textes en ancien français. Cette introduction synchronique et diachronique à l’ancien français implique de la part des étudiant(e)s une participation active. L’enseignement aura pour objet la phonétique historique, la morphologie, la syntaxe et la lexicologie des principales variétés régionales de l’ancien français et prendra comme point d’appui un dossier de textes choisis dont des extraits feront l’objet d’une préparation d’une semaine sur l’autre.
Des matériaux seront mis à disposition chaque semaine sur Olat. L’ouvrage de Th. Revol (Introduction à l’ancien français, Paris, Nathan, 2000) est recommandé.
Le cours comprend des exercices et un examen écrit d’ 1h 30 vers la fin du semestre.
De Carli-Lanfrancoini, Annina
Ikonografie
Di 14:00–15:45
Im frühen 15. Jahrhundert fand in der Niederlande - wie Belting es bezeichnet - die «Stunde des Aufbruchs» statt, in der Maler wie Jan van Eyck Neuland betraten. In der neuen Technik der Ölmalerei befassten sich die Künstler unter anderem mit einer detailgetreuen Wiedergabe der Natur sowie der Wirkung des Lichtes und erlangten mit ihrem Schaffen eine Vorbildfunktion für die spätere Entwicklung der Malerei. Anhand von ausgewählten Gemälden werden wir im Proseminar einerseits diese frühe niederländische Kunstlandschaft erkunden und andererseits das ikonografische und ikonologische Handwerk üben.
Literatur: Belting, Hans/Kruse, Christiane: Die Erfindung des Gemäldes. Das erste Jahrhundert der niederländischen Malerei, München 1994.
Zielgruppen: Bachelor-Studierende der Mittelalterarchäologie.
Lernziele: Grundlegende Kenntnisse der Arbeitsinstrumente und Methoden der Ikonographie.
Hinweise: Es findet eine Tagesexkursion ins Museum Oskar Reinhart in Winterthur statt.
Das Proseminar ist auf 30 Teilnehmende beschränkt. Neben der elektronischen Buchung ist eine persönliche Anmeldung bei der Dozentin per Mail (annina.decarli-lanfranconi{a}uzh.ch) erforderlich.
Egli, Maja
Einführung ins Altnordische
Fr 10.15–12.00
Der Besuch dieser Einführung soll dazu befähigen, einen einfachen Prosatext in altisländischer Sprache zu verstehen. Anhand intensiver Lektüre soll ein Überblick über die lautlichen, morphologischen und syntaktischen Strukturen des Altnordischen gewonnen werden. Ebenso wird das Arbeiten mit einschlägigen Hilfsmitteln (Sprachgeschichten, Wörterbüchern, Grammatiken, Bibliographien, Sekundärliteratur, Übersetzungen) eingeübt. Die Textlektüre bildet zudem eine Grundlage für die weitere Beschäftigung mit der isländischen Sagaliteratur des 13. und 14. Jahrhunderts und vermittelt Einblicke in verschiedene Aspekte der geistigen und materiellen Kultur im mittelalterlichen Skandinavien.
Es findet eine Abschlussklausur statt. Dieses Modul ist zweisemestrig und wird im Herbstsemester 2013 mit einem zweiten, thematischen Seminar fortgesetzt, das separat abgeprüft wird.
Literatur: Texte und Arbeitsblätter werden zu Semesterbeginn in Kopieform verteilt. Zur Anschaffung empfohlen: Robert Nedoma: Kleine Grammatik des Altisländischen. Heidelberg: Winter, 2010 (3. Auflage), sFr 31,90.
Zu dieser Lehrveranstaltung wird zusätzlich ein freiwilliges Tutorat stattfinden. Der Termin wird in der 1. Stunde vereinbart.
Einführung in die Lektüre mittelhochdeutscher Texte
Das Seminar bietet eine grundlegende Einführung in die sprachlichen und literarischen Eigenheiten mittelhochdeutscher Texte. Ziel ist die Fähigkeit, mittelhochdeutsche Texte zu verstehen, eigenhändig zu erschliessen und in die Sprache der Gegenwart zu übersetzen. Bereits in die erste Stunde mitzubringen ist für die Gruppen 1,2,4 und 5 folgendes Wörterbuch: Lexer, Matthias: Mittelhochdeutsches Taschenwörterbuch. Mit den Nachträgen von Ulrich Pretzel, 38. Auflage, Stuttgart 1992 (auch frühere Auflagen), für die Gruppe 3 folgendes Wörterbuch: Beate Hennig: Kleines Mittelhochdeutsches Wörterbuch. Tübingen 2001 (oder früher). Der anzuschaffende Lektüretext wird in der ersten Sitzung bekannt gegeben.
Begleitend zu diesem Seminar wird ein Tutorat angeboten.
Gruppe 1 Susanne Baumgartner, Mo 14.00–15.45
Gruppe 2 Christine Scherrer, Do 10.15–12.00
Gruppe 3 Christine Stridde, Di 16.15–18.00
Gruppe 4 Colin Schatzmann, Di 10.15–12.00
Franchini Letsch, Enzo
El rey y la juglaresa: El Libro de Apolonio
Mo 14.00–15.45
El seminario del semestre de verano de 2006 girará en torno al Libro de Apolonio, un poema narrativo compuesto hacia mediados del siglo XIII y uno de los exponentes ilustres del Mester de Clerecía. La obra forma parte de aquel mismo ambiente literario cuyas raíces se rastrean en las aulas de la Universidad de Palencia, la primera universidad fundada en la España medieval (1208–1214).
El Libro de Apolonio se halla inmerso en la tradición griega de los libros de aventuras y desarrolla, desde una perspectiva clerical, el típico mecanismo argumental consistente en una serie arbitraria de tormentas en el mar y secuestros de piratas. Al final, las familias o los amantes, separados por la desdicha, vuelven a encontrarse en una escena de anagnórisis con un final venturoso. Frente a su fuente latina la versión española de la Historia Apollonii regis Tyri se caracteriza por su marcado colorido local, su cualidad intelectual y su medievalización acusada del argumento.
Se abordarán diversas facetas del Libro de Apolonio que han ocupado a los hispanomedievalistas, a saber aspectos ecdóticos, lingüísticos y, sobre todo, literarios. Nuestra base textual será la siguiente edición que estará en venta en la librería Romanica: El Libro de Apolonio, ed. de Dolores Corbella, Madrid, Cátedra, 2ª edición (Letras Hispánicas 348). ISBN: 978–84–376–1080–1.
Glaser, Elvira
Diglossie und Sprachmischung bei Notker von St. Gallen
Mi 17.15–18.30
Notker III., der um das Jahr 1000 in St. Gallen als Lehrer wirkte und eine umfangreiche schriftliche Textproduktion hinterlassen hat, hat seit jeher mit seiner Sprache die Forschung fasziniert. Zum einen wirkt das Althochdeutsch, das er schreibt, sehr authentisch und sprechsprachnahe, obwohl es sich weitgehend um Übersetzungen aus dem Lateinischen handelt. Zum anderen war das Ziel Notkers, das Verständnis des Lateinischen bei seinen Schülern zu befördern, was zur Ausbildung einer spezifischen Sprachpraxis führte, in der Lateinisches und Althochdeutsches zusammen in einem Text und sogar in einem Satz auftraten. Die ältere Forschung hat das als Sprachmischung etikettiert und verschiedene Erklärungen für dieses Phänomen gegeben. Wir wollen im Seminar die Sprachproduktion Notkers und auch die Sprachsituation, die dahinter steht, mit modernen kontaktlinguistischen Methoden analysieren. Haben wir es mit einem dem modernen Code-switching vergleichbaren Phänomen zu tun oder sind die lateinischen Einsprengsel Ausdruck klösterlicher Gelehrsamkeit in einer Diglossiesituation?
Voraussetzung für den Besuch des Seminars sind Grundkenntnisse des Althochdeutschen und Lateinischen, um unter Heranziehung der Handbücher die Sprachproduktion Notkers analysieren zu können. Grundkenntnisse der Kontaktlinguistik werden im Seminar vermittelt.
Glauser, Jürg
Edda und Ballade
Fr 10.15–12.00
Das Seminar beschäftigt sich mit den für die literarische Überlieferung zentralen Gattungen der Lieder-Edda und der Balladen (Folkeviser). Im Zentrum stehen dabei die Texte aus dem sogenannten Nibelungen-Kreis. Ein besonderer Schwerpunkt wird auf die bis heute lebendige Balladentradition auf den Färöer-Inseln gelegt.
Voraussetzungen: Altnordisch-Kenntnisse entsprechend Basismodul Skandinavistische Mediävistik
Literatur: Joseph Harris: Eddic Poetry, in: Old Norse-Icelandic Literature. A Critical Guide. Ed. Carol J. Clover, John Lindow, 2005; Terry Gunnell: Eddic Poetry, in: Rory McTurk, ed.: A Companion to Old Norse-Icelandic Literature and Culture, 2007; Jürg Glauser, Hg.: Balladen-Stimmen, 2012
Glessgen, Martin-Dietrich
Analyses philologique et lexicologique des plus anciens documents linguistiques
Fr 10.15–12.00
Ce séminaire donne suite aux cours d’outils d’édition de textes médiévaux et de lexicographie historique. Il prend appui sur la base de données nouvellement élaborée des Plus anciens documents linguistiques de la France, préparée à Zurich. Le séminaire présentera d’abord les choix et problématiques philologiques qui sont présents dans ce corpus de référence pour l’ancienne langue. Ensuite, nous étudierons plus en détail le potentiel d’un tel corpus un vue d’analyses lexicologiques. Nous allierons la méthodologie traditionnelle (mais néanmoins très avancée) dans la description des lexèmes et syntagmes médiévaux à la méthodologie informatique (permettant, par exemple, une lemmatisation automatique), en collaboration avec Samuel Läubli. Nous poursuivrons par ces interrogations une intégration des données textuelles de ce corpus dans la base lexicographique du Dictionnaire Etymologique de l’Ancien Français (DEAF), actuellement rédigé à Heidelberg.
Günthart, Romy
Deutsche Blockbücher
Fr 14.00–15.45
Schon vor Gutenbergs typographischen Drucken und parallel zu den mit beweglichen Metall-Lettern gedruckten Inkunabeln entstanden in den Niederlanden und am Oberrhein eine Reihe von textidentischen illustrierten Büchern, die im Holzschnittverfahren hergestellt wurden. Texte und Bilder dieser sog. Blockbücher wurden in eine Holztafel geschnitten und in einem Arbeitsgang gedruckt. Je nach Bedarf konnten so immer wieder neue Exemplare abgezogen werden. Im Seminar werden die unterschiedlichen Formen, Inhalte, Text- und Bildtraditionen der überlieferten Werke und Einzelexemplare ebenso zur Sprache kommen wie die medialen Spezifika dieser Übergangsform zwischen der illuminierten Handschrift und dem illustrierten gedruckten Buch.
Hangartner, Bernhard
Gregorianischer Choral
Mi 8.00–9.45
Ein wichtiges Charakteristikum des Gregorianischen Chorals ist seine Einstimmigkeit. Die je nach Funktion der Gesänge vielfältig gestalteten strukturellen Formen, ein ausserordentlich reicher Melodienschatz, die gegenüber den Tongeschlechtern modernen Zuschnitts zahlreicheren diatonischen Modi und die grosse Anzahl unterschiedlicher Texte beeinflussen das Erscheinungs- und Klangbild dieses aussergewöhnlichen mittelalterlichen Repertoires. Klarheit in diesen Bereichen zu vermitteln, soll ein Ziel des Proseminars sein. Anhand zahlreicher Beispiele versuchen wir die Analyse-Methode einstimmiger Musik anzuwenden und zu schärfen. Dabei lernen wir auch die zur Verfügung stehenden Notationsmittel kennen und erfahren Grundlegendes über die Liturgie, die Modalitäts- und Formenlehre. Im zweiten Teil jeder Sitzung bietet sich Gelegenheit, die in der Analyse gewonnenen Erkenntnisse mit der Praxis zu verbinden und vorwiegend an Propriums- sowie Ordinariumsgesängen von Vesper und Messe umzusetzen.
Das Kursmaterial wird zu Beginn des Proseminars zum Selbstkostenpreis an die Studierenden abgegeben. Ein zusätzlicher Teil der Proseminar-Unterlagen soll auf OLAT aufgeschaltet werden.
Hinweis: Traditionsgemäss findet im Verlauf des Semesters die Anwendung der einstudierten Gesänge in einem gottesdienstlichen Rahmen statt: Am Freitag, 24. Mai 2013, 18 Uhr, werden wir zusammen mit Fr. Peter Spichtig OP (Liturge) in der Kirche St. Peter und Paul, Zürich, eine feierliche Vesper zu Trinitatis gestalten.
History of the English Language, Part II
Alpo Honkapohja, Di 12.15–13.45
Daniela Landert, Di 16.15–18.00
Olga Timofeeva, Mi 14.00–15.45
Annina Seiler Rübekeil, Fr 12.15–13.45
This two-semester module is an introduction to the history of English and to English historical linguistics. It is intended for Bachelor students in their second year (Vertiefungsstufe) and consists of two parts: a one-hour lecture and a two-hour seminar. The lecture provides an overview on the history of the English language from the Indo-European pre-history of English to the English spoken today. The seminar introduces the students to Old English (the language spoken and written in Britain between AD 450–1150) in the autumn semester and to Middle English (the language spoken and written in England between AD 1150–1500) in the spring semester. The module gives an insight into these early forms of English, and enables students to read original texts in Old and Middle English with the help of glossaries. It also introduces some basic principles of English historical linguistics and of the study of medieval English literature. The module ends with a written examination.
Please note that the module is obligatory for both Bachelor and Lizentiat students. Participants are required to take both parts of the seminar with the same instructor.
Hinweise: Modules in Vertiefungsstufe are open only to Bachelor Students who have successfully completed all five modules of the Bachelor Grundstufe (30CP). Participants are required to take both parts of the seminar with the same instructor. Please note that the accompanying lecture course «History of the English Language» is an integral part of this module and is obligatory for both Bachelor and Lizenziat students.
Höfert, Almut
Körpergeschichte im Mittelalter
Mo, 16.15–18.00 Uhr; 18.03, 29.04 und 13.05 jeweils 16.15–18.45 Uh
Wenn es eine Konstante in der Menschheitsgeschichte gibt, so ist es der Körper des homo sapiens, der sich aus evolutionsgeschichtlicher Sicht in den letzten 5000 Jahren kaum verändert hat, so könnte man meinen. In diesem Seminar werden wir jedoch sehen, dass Körper und Körperlichkeiten im Mittelalter ganz anders aufgefasst wurden als in der Moderne: Dieses Spektrum umfasst unter anderem die antike Vier-Säfte-Lehre, fliessende Geschlechtergrenzen, Monstren, körperliche Strafen (anstelle des modernen Gefängnisses), die Gegenwart des Todes und den Reliquienkult, aber auch die lustvoll-ekstatische Begegnung von Mystikerinnen und Heiligen mit Gott und als Ausblick ins 16. Jahrhundert die englische Königin Elisabeth I., deren die Kronjuristen die Theorie der Zwei Körper des Königs entwarfen. Dieses Seminar wird ohne Referate stattfinden, stattdessen wird das genaue Lesen der jeweiligen Seminarlektüren erwartet. Arbeitstechnisch wird dieses Seminar den Schwerpunkt auf eine Fertigkeit legen, die sich in vielen Seminararbeiten als eine heikle Klippe erweist: das Verfassen eines Forschungsüberblicks in Bezug auf die gewählte Fragestellung.
Literaturhinweise: LeGoff, Jacques/Truong, Nicolas: Die Geschichte des Körpers im Mittelalter (frz. Erstausgabe 2003). Stuttgart 2003; Bynum, Caroline Walker: Fragmentierung und Erlösung. Geschlecht und Körper im Glauben des Mittelalters (Amerikan. Erstausgabe 1991). Frankfurt am Main 1996; Lorenz, Maren: Leibhaftige Vergangenheit. Einführung in die Körpergeschichte. Tübingen 2000.
Hinweis: Aus organisatorischen Gründen ist für Studierende aller Studiengänge die Anmeldung im entsprechenden OLAT-Kurs wichtig.
Keller, Hildegard Elisabeth
Zürich 1500–1565
Blockveranstaltung
Der zeitlich-geografische Fokus dieses Seminars - die ersten sechs Jahrzehnte in Zürich - bringt gewaltige Umwälzungen für die Stadt Zürich und die ganze Eidgenossenschaft in den Blick. Sie wirken nachhaltig auch auf die hiesige Textproduktion, Drucksituation, Bildungslandschaft und den städtischen Kulturbetrieb ein. Welche Lese-, Lehr- und Schreibsituationen sind davon betroffen? Welche Interessensgruppen formen sie mit?
Manche Zürcher (und nicht wenige Immigranten) nutzen in diesen Jahrzehnten ihre Chance auch als Autoren, Drucker und Grafiker. Die einen fanden sie innerhalb der vorbestimmten Bahnen ihrer Herkunft, die anderen bauten auf ein selbstbestimmteres Leben, alle aber verhielten sich in je eigener Weise zum religiösen, politischen und wissenschaftlichen Aufbruch. Autorinnen sind nicht aktenkundig geworden, doch die Frauen werden als Leserinnen und Lernende wichtig. Wir werden uns mit Texten unterschiedlicher Gattungen (u.a. Legenden, Theaterstücke, Flugblätter, Kalender sowie Wissensliteratur aus der Medizin, Zoologie, Sprachgeschichte), aber auch mit Artefakten (u.a. Gemälde, Skulpturen, Stadtansichten, Kirchen) und der Topografie Zürichs auseinandersetzen.
Da die Lehrveranstaltung als Blockseminar durchgeführt wird, ist die Voranmeldung obligatorisch (bis 21. Januar). Sie erhalten das Anmeldeformular bei info{a}hildegardkeller.ch. Willkommen sind auch Studierende, die das Modul für das Lehrdiplom (Monofach) benötigen. Die schriftliche Arbeit wird vor dem Beginn von Teil 2 des Blockseminars eingereicht und bildet eine wichtige Grundlage für die anschliessende Arbeit im Plenum. Im Rahmen der Veranstaltung kann ein Ergänzungsmodul (1KP) gebucht werden. Interessierte mögen bitte bei der Anmeldung mit der Dozentin Kontakt aufnehmen.
Teil 1: Mi, 13. März 2013, 16.15–19 Uhr: Einführung in Thema und Arbeitsweise
Teil 2: Fr, 10. Mai 2013 9.00–13 Uhr 14–20 Uhr; Sa, 11. Mai 2013, 9.00–13 Uhr 14–20 Uhr; So, 12. Mai 2013, 10.15–13 Uhr 14–16 Uhr
Köbele, Susanne
Verliebte Helden. Liebespaare in Wolframs ‹Parzival› und Gottfrieds ‹Tristan›
Mi 14.00–15.45
Wenn die mittelalterlichen Romanhelden sich verlieben, steht alles auf dem Spiel: Leib und Seele, saelde und ere, kurz: die gesamte politische, gesellschaftliche, moralische Existenz. Öffentliches Ansehen und private Katastrophe sind dabei eng verknüpft, auf jeweils ganz verschiedene Weise. In Wolframs «Parzival» wimmelt es geradezu von vorbildlichen, aber auch höchst dubiosen Liebespaaren, und man fragt sich, wie all diese exzentrischen, tod- und gewaltbesetzten, glücklichen und unglücklichen Liebesgeschichten aufeinander bezogen werden können. Gottfrieds «Tristan» wiederum erzählt den Sonderfall einer magisch initiierten Passionsliebe, die rätselhaft vorbildlich und Normbruch zugleich ist, Liebesverrat und Liebe bis in den Tod, sexueller Sündenfall und erotische Utopie. Im Seminar nähern wir uns Wolframs und Gottfrieds vielschichtig aufeinander bezogenen ‹verliebten Helden›, auf der Suche nach dem Zusammenhang von historischer Poetik und historischer Anthropologie.
Textgrundlage: Wolfram von Eschenbach, «Parzival». Studienausgabe. Mhd. Text nach der 6. Aufl. von K. Lachmann, Übersetzung von P. Knecht, Einf. von B. Schirok, Berlin/New York 1998 (u.ö.); Gottfried von Strassburg, Tristan und Isolde (ranke/krohn bei Reclam, 1984ff., oder marold/knecht bei de Gruyter, 2004).
Zur Einführung: J. Bumke, Wolfram von Eschenbach (Slg. Metzler 36), Stuttgart 82004, S. 40ff.; Ch. Huber, Gottfried von Strassburg, «Tristan und Isolde» (Klassiker-Lektüren 3), Berlin 2000; ausserdem: E. Schmid, Wolfram von Eschenbach, Parzival, in: H. Brunner (Hg.), Interpretationen. Mhd. Romane und Heldenepen (RUB 8914), Stuttgart 1993, S. 173–195; J.-D. Müller, Aporien passionierter Liebe, in: ders., Höfische Kompromisse, Tübingen 2007, S. 418–478.
Zugangsvoraussetzung für die Teilnahme am Seminar ist die fristgerechte Abgabe eines zweiseitigen Prepapers. Bei diesem Seminar mit einer Themenstellung zu den ersten beiden Büchern von Wolframs «Parzival»: ‹Minne per Gerichtsbeschluss? Gahmuret zwischen drei Frauen. Thesen zu einer umstrittenen Erzählfigur›. Informationen zu Termin und Form der Abgabe (ggf. auch erste Literatur) finden Sie auf OLAT - bitte melden Sie sich frühzeitig vor Vorlesungsbeginn im entsprechenden OLAT-Kurs an (Sie finden ihn unter dem Titel des Seminars im OLAT-Katalog).
Koenen, Ulrike
Das Basler Münster und seine Geschichte
Termine: 22.02. 14.00–18.00; 31.05. 08.00–12.00; 31.05. 12.15–18.00
Am Münsterbau in Basel wird exemplarisch das breite Themenspektrum kunsthistorischer Forschung aufgefächert, das Architekturgeschichte, Bauforschung, Funktions- und Rezeptionsgeschichte, Stilanalysen, Ikonographie, Formanalyse, Fragen der Konservierung und die Aufgaben der Münsterbauhütte umfasst. Auch die Restaurierungen des 19. Jahrhunderts mit der damaligen ‹Mittelaltervorstellung› werden thematisiert. Der mittelalterliche Bau und seine reiche Ausstattung mit Bauornamentik, eigenwilligen Portalgestaltungen, Skulpturenschmuck mit spezifischen Bildprogrammen, Wandmalereien, Fussbodendekor, Schatzstiftungen, Bildpräsenz der Stifter, Grablegen und Weiteres bieten das vielgestaltige Programm für Einzeluntersuchungen, die abschliessend in einer Gesamtschau zusammengeführt werden.
Voraussetzungen: Ich bitte um persönliche Anmeldung mit Begründung für die Wahl dieses Seminars (halbseitiges Motivationsschreiben) und Themenabsprache bei der Vorbesprechung (s.o), über Email (ulrike_koenen{a}access.uzh.ch) oder in meinen Sprechstunden. Es wird von den Teilnehmern erwartet, dass sie sich zu Beginn des Seminars bereits einen Einblick in das Thema erarbeitet und die empfohlene Literatur konsultiert haben.
Unterrichtsmaterialien: Dorothea Schwinn Schürmann, Das Basler Münster (Schweizerische Kunstführer, Serie 68, 679/680) Bern 2000; Das Basler Münster, hrsg. von der Stiftung Basler Münsterbauhütte/Dorothea Schwinn Schürmann/Hans-Rudolf Meier/Erik Schmidt, Basel 2006; Himmelstür. Das Hauptportal des Basler Münsters [erschienen zur gleichnamigen Ausstellung im Museum Kleines Klingental, Basel, 22. Oktober 2011–22. April 2012] hrsg. v. Hans-Rudolf Meier/Dorothea Schwinn Schürmann, Basel 2011. Eine Literaturliste ist ab Jahresbeginn auf OLAT abzurufen. Die wichtigste Literatur zum Thema wird dann in den Seminarapparat eingestellt.
Lernziele: Die Teilnehmer setzen sich mit den unterschiedlichsten Facetten der kunsthistorischen Forschung auseinander.
Zielgruppen: Studierende der Kunstgeschichte und Mittelalterarchäologie vornehmlich im Haupt- und Nebenfach und Studierende angrenzender Fächer.
Weitere Informationen: Die Teilnehmerzahl ist auf 20 beschränkt. Am 12.12.12 findet um 16.00 Uhr eine Vorbesprechung im Raum RAK U–101 statt. In jedem Fall werden die Studierenden gebeten, sich vor der Buchung persönlich (Sprechstunde in der Vorlesungszeit dienstags 12–13 oder nach Vereinbarung RAK Raum 116) anzumelden oder sich per Email mit mir in Verbindung zu setzen (ulrike_koenen{a}access.uzh.ch). Der Anmeldung bzw. Bewerbung um die Teilnahme an dem Seminar ist ein halbseitiges Motivationsschreiben beizufügen. Eine Anmeldung auf dem Aushang ist nicht gültig. Die Übernahme eines Themas erfolgt nur nach Absprache. Der Seminarplan und die Themenliste werden im Institut ausgehängt, auf der Homepage des Instituts bekanntgegeben und ins OLAT eingestellt.
Kurmann-Schwarz, Brigitte
Bilder in Büchern, in Fenstern, auf Tafeln. Malerei um 1400 an den Höfen Frankreichs
Mo 12.15–13.45
Die Regierungszeit Karls VI. von Frankreich aus dem Hause Valois, 1380–1422, bildet den historischen Rahmen des Themas. An den Höfen in Paris, Dijon, Angers und Bourges blühten die Künste, insbesondere die Malerei, wobei Maler ausserdem Entwürfe für Tapisserien, Goldschmiedekunst, Glasmalerei und Skulpturen lieferten. Im Zentrum sollen die unterschiedlichen Medien der Malerei stehen, das Pergament der Bücher, das farbige Glas der Fenster und die hölzernen Tafeln, die als Träger von Andachtsbildern und Altarretabeln diensten. An einer breiten Auswahl von Beispielen soll untersucht werden, was diese Bilder im Kontext der Höfe zu leisten vermögen.
Vorkenntnisse: Die Teilnehmer müssen in der Lage sein, die grösstenteils französische Literatur zu verstehen und zu verarbeiten.
Voraussetzungen: Abgeschlossenes Grundstudium
Unterrichtsmaterialien: Martin Schulz, Ordnungen der Bilder. Eine Einführung in die Bildwissenschaft, München 2009; Paris 1400. Les arts sous Charles VI, Katalog der Ausstellung, Paris Louvre, Paris 2004; L’art à la cour de Bourgogne. Le mécénat de Philippe le Hardi et de Jean sans Peur (1364–1419), Katalog der Ausstellung, Dijon 2004; Béatrice de Chancel-Bardelot, Clémence Raynaud, Une fondation disparue de Jean de France, duc de Berry. La Sainte-Chapelle de Bourges, Bourges 2004.
Lernziele: Das Seminar strebt zwei Ziele an: Zum einen soll es den Teilnehmern anhand einer repräsentative Auswahl von Werken einen Überblick über die malerischen Künste Frankreichs zwischen 1380 und 1420 bieten. Zum anderen vermittelt es ihnen die Kenntnis bildwissenschaftlicher Fragestellungen, die der Interpretation der Werke zugrunde gelegt werden.
Zielgruppen: Bachelor-Studierende der Kunstgeschichte im Vertiefungsstudium. Es können nicht mehr als 28 Personen aufgenommen werden.
Weitere Informationen: Die Studierenden werden gebeten, sich vor dem Einbuchen per Mail mit der Dozentin in Verbindung zu setzen und mit ihr ein Thema auszumachen: kurmann-schwarz{a}bluewin.ch. Die Liste der Themen hängt vom Ende des Semesters an im Kunsthistorischen Institut aus und kann auch auf OLAT eingesehen werden.
Meier, Rahel
Einführung in die Ikonographie mittelalterlicher Kunst: Apokalypse, Parusie und Weltgericht
Mo 14.00–15.45
Am Beispiel der Weltgerichtsthematik wird in die mittelalterliche Ikonographie eingeführt. Dabei soll deutlich werden, wie sehr das, was wir heute Kunst nennen, in ein umfassenderes System gehört, das der Sicherung des Seelenheils diente. Daher soll im Einführungsteil neben der ‹Mechanik› des Weltgerichts anhand der Apokalypse des Johannes und einzelner Bildbeispiele die Bedeutung der Vorstellung vom Fegefeuer auch im Hinblick auf die Stiftungspraxis erarbeitet werden. In Kurzreferaten sollen einzelne Weltgerichtsdarstellungen (8. bis 15. Jahrhundert), aber auch einzelne Problemstellungen in grösserem Zusammenhang untersucht werden.
Unterrichtsmaterialien: Für einen Einstieg in das Thema eigenen sich insbesondere die Beiträge des Ausstellungskatalogs Himmel, Hölle, Fegefeuer, hg. von Peter Jezler, Zürich 1994 und Christe, Yves: Das Jüngste Gericht, Regensburg 2001. Eine Auswahlbibliographie, das Kursprogramm, die zu lesenden Texte sowie Richtlinien finden Sie auf OLAT.
Lernziele: Das Proseminar soll den Studierenden einen chronologischen, geographischen und an die Funktion und das Medium der einzelnen Darstellung gebundenen Überblick über die unterschiedlichen Bildfindungen mittelalterlicher Weltgerichtsdarstellungen geben. Neben diesen inhaltlichen Zielen, soll das kunsthistorische Handwerk, die mündliche und die schriftliche Bildbeschreibung, sowie die Entwicklung eigener Fragestellungen geübt werden.
Zielgruppen: Das Proseminar richtet sich an Bachelor-Studierende der Kunstgeschichte und der Mittelalterarchäologie.
Weitere Informationen: Vorbesprechung: Montag, 17.12.2012, um 14.15–15.45 Uhr. Eine Themenliste hängt am Ende des Herbstsemesters 2012 im Kunsthistorischen Institut aus und kann auf OLAT eingesehen werden. Tragt euch bitte in dieser Liste ein und gebt der Dozentin (vor der Buchung!) die Themenwahl bekannt (per E-Mail). Schicken Sie mir zudem bitte folgende Informationen: 1. Haben sie schon eine Veranstaltung im Bereich Mittelalter (auch in anderen Fächern) besucht? Welche? 2. Haben Sie schon ein Proseminar in Ikonographie besucht? Welches und wann? 3. Kamen Sie während Ihrem Studium schon einmal mit der Weltgerichtsthematik in Kontakt? In welchem Rahmen und wann? Vielen Dank für die Angaben, die helfen werden, das Unterrichtsniveau anzupassen.
Methoden mediävistischer Literaturwissenschaft
Die Veranstaltung dient der Vertiefung und methodischen Ergänzung des im Proseminar/Seminar (102 Basismodul I ÄDL) «Einführung in die Lektüre mittelhochdeutscher Texte» Erlernten. Sie will die Fähigkeit vermitteln, ältere Texte in ihren Gegebenheiten und Kontexten interpretatorisch eigenständig und in kritischer Auseinandersetzung mit der Forschung zu erschliessen An ausgewählten mittelalterlichen und frühneuzeitlichen Texten sollen Eigenheiten der älteren deutschen Literatur und die je notwendig geforderten Herangehensweisen und Interpretationsmethoden erprobt werden (Stichworte sind: Gegebenheiten der Überlieferung, Topik und Inventio-Lehre, Textsorten und Gattungen, Aspekte mittelalterlicher Exegese und Bedeutungsforschung, Intertextualität, Intermedialität etc.).
Voraussetzung für Lizenziatsstudierende ist ein erfolgreicher Besuch des Proseminars «Einführung in die Lektüre mittelhochdeutscher Texte» Voraussetzung für BA-Studierende ist der erfolgreiche Besuch des Basismoduls I ÄDL.
Gruppe 1 Constanze Geisthardt, Mi 10.15–12.00
Textgrundlage: Herzog Ernst. Mhd./Nhd, hrsg. von Bernhard Sowinski, Stuttgart 2003 (RUB 8352).
Gruppe 2 Lena Oetjens, Fr 10.15–12.00
Textgrundlage: Heinrich von Veldeke: Eneasroman. Mhd. / Nhd. Nach dem Text von Ludwig Ettmüller ins Nhd. übers. mit einem Stellenkomm. und Nachwort v. Dieter Kartschoke. 2., durchges. u. bibliogr. erg. Ausgabe Stuttgart 1997 (Reclam Universalbibliothek 8303)
Gruppe 3 Sarina Tschachtli, Di 10.15–12.00
Textgrundlage: Heinrich Wittenwiler, Der Ring. Frühnhd./Nhd. Hrsg. und übers. von Horst Brunner. Stuttgart 1991 (RUB 8749)
Gruppe 4 Susanne Uhl, Do 14.00–15.45
Textgrundlage: Hartmann von Aue, Erec. 7. Auflage, besorgt von Kurt Gärtner. Tübingen 2006 (Altdeutsche Textbibliothek 39)
Gruppe 5 Maximilian Benz, Di 12.15–13.45
Textgrundlage: Wir erörtern die Methoden mediäv. Literaturwissenschaft anhand von Heldenepik, Minnesang, höfischem Roman, Legende und geistlichem Spiel. Ein Reader mit Texten wird zur Verfügung gestellt. Informieren Sie sich für die erste Sitzung bitte über die «Merseburger Zaubersprüche».
Missfelder, Jan-Friedrich
Sinnesgeschichte der Reformation
Mi 16.15–18.00
Vor mehr als 20 Jahren hielt Peter Blickle fest, es sei noch immer ungeklärt, warum die Menschen um 1510 das Heil in Form der Hostie sehen, nur 10 Jahre später aber in Form des Gotteswortes hören wollten. Die Reformation war also nicht nur eine theologische und gesellschaftliche Bewegung, sondern lässt sich auch als massive Verschiebung im frühneuzeitlichen Sensorium verstehen. Das Seminar betrachtet die Reformation unter sinnesgeschichtlicher Perspektive, nimmt Bilderfeindlichkeit und Bildersturm, Musik, Predigt und Liturgie ebenso in den Blick wie den Geschmack der Reformation (vgl. Zwinglis Zürcher «Wurstsessen»). Zugleich soll exemplarisch eine Einführung in die aktuell boomende Theorie und Praxis der Sinnesgeschichte als Methode gegeben werden.
Hinweis: Aus organisatorischen Gründen ist für Studierende aller Studiengänge die Anmeldung im entsprechenden OLAT-Kurs wichtig.
Ostinelli, Paolo
Mittelalterliche Testamente
Fr 14.00–15.45
Die hoch- und spätmittelalterlichen Testamente reflektieren die Begegnung des Individuums mit dem Tode. Sie sind einerseits Ausdruck seiner Verfügungsgewalt über sein Vermögen, andererseits erklären sie seine letztwilligen Verfügungen für sein Seelenheil. Aus diesen Schriftstücken hat die Geschichtsforschung eine Vielzahl von Erkenntnissen sowohl im Bereich des Rechts, der Religion und der Frömmigkeit wie auch für die Realienkunde, die Wirtschafts-, Sozial- und Kulturgeschichte gewonnen. Das Seminar wird einen Überblick über die möglichen Zugänge aufgrund der Analyse ausgewählter Beispiele vermitteln.
Hinweis: Aus organisatorischen Gründen ist für Studierende aller Studiengänge die Anmeldung im entsprechenden OLAT-Kurs wichtig.
Preiswerk, Bettina
Nicht von Menschenhand gemacht - Einführung in die Ikonenmalerei
Mo 10.15–12.00
Ikonen behaupten von sich, nicht von Menschen- sondern von Gotteshand entstanden zu sein. Durch Einbindung in den Kult, aber auch durch den Bezug zu Texten stehen sie in der Aura des Heiligen. Welche Auratisierungs- und Authentizitätsstrategien liegen den Ikonen zugrunde? Wie kann ein gemaltes Bild als authentischer Abdruck des Antlitzes Christi Geltung beanspruchen, wie dies beispielsweise bei der Vera Icon der Fall ist?
Unterrichtsmaterialien: Hans Belting, Bild und Kult. Eine Geschichte des Bildes vor dem Zeitalter der Kunst, München 1990; Hans Belting, Das echte Bild. Bildfragen und Glaubensfragen, München 2005; Giovanni Morello (Hg.), Il volto di Cristo, Mailand 2000; Gerhard Wolf, Schleier und Spiegel, Traditionen des Christusbildes und die Bildkonzepte der Renaissance, überarb. Habil.-Schrift Univ. Berlin 2002, München 2002.
Lernziele: Überblick zu den wichtigsten Ikonentypen, Bewusstsein für die Problematik der Acheiropoieta (nicht von Menschenhand gemachte Bilder), Verständnis für bildtheoretische Fragestellungen in Bezug auf die Ikonenmalerei
Zielgruppen: Bachelorstudierende der Kunstgeschichte mit besonderem Interesse für die Kunst des Mittelalters, sowie für bildtheoretische Fragestellungen.
Weitere Informationen: Die Themen werden in der ersten Sitzung des Frühlingssemesters am 18. Februar 2013 verteilt!
Proséminaire thématique de littérature française du Moyen Âge: Fabliaux plus ou moins érotiques
Fanny Maillet, Mi 10.15–12.00
Richard Trachsler, Mi 16.15–18.00
Entre la fin du XIIe et le début du XIVe siècle, des auteurs aux talents divers, de renom ou anonymes, composent des fabliaux, ces «contes à rire» comme les définit Joseph Bédier. S’il s’agit bien de petits contes en vers amusants et faciles à lire, leur définition reste encore aujourd’hui difficile à fixer autour de cette simple notion de plaisanterie. Souvent teintés de grivoiserie, d’érotisme, de grossièreté, les fabliaux affectent aussi une vocation moralisante qui peut dérouter le lecteur moderne. La simplicité, l’accessibilité apparente de ces petits textes couvre en fait une réalité plus complexe, liée à la question du genre et du goût: où se situe exactement le fabliau dans le panorama littéraire, dans la tradition textuelle? Comment pouvait-on l’aborder au Moyen Âge, et comment peut-on apprécier aujourd’hui ses nuances? Les fabliaux érotiques, qui ont bénéficié d’une édition récente, feront l’objet particulier de ce proséminaire.
Nous lirons le texte dans une édition bilingue avec traduction en français moderne et nous nous familiariserons avec les outils de travail les plus courants dans le domaine de la littérature médiévale. Nous nous exercerons également à la lecture et à la compréhension d’articles critiques.
Les étudiants sont priés de se procurer l’édition suivante: Fabliaux érotiques, éd. par Luciano Rossi et Richard Straub, Paris, Librairie générale française,1992 (le Livre de Poche, Lettres gothiques).
Rippmann Tauber, Dorothee und Stefan Sonderegger
Ländliche Gesellschaft im Mittelalter
Mi 14.00–15.45
Bis weit in die Neuzeit hinein bildete die ländliche Bevölkerung den weitaus grössten Teil der Gesellschaft in Europa. Trotz dieser Tatsache wissen wir noch wenig über das Leben auf dem Land im Mittelalter. Das Seminar stellt in einem Einführungsteil das Thema ‹Ländliche Gesellschaft› in den Zusammenhang mit der allgemeinen Geschichte des Mittelalters. Danach werden mit edierten oder unveröffentlichten Quellen aus regionalen Archiven der Schweiz Fragen der landwirtschaftlichen Produktion, des Verhältnisses zwischen Stadt und Land und der Lebensbedingungen auf dem Land diskutiert. Im Seminar kann mit noch unedierten Quellen aus Archiven gearbeitet werden. Es wird empfohlen, das Kolloquium «Lektüre und Interpretation von Archivquellen» (Mittwoch, 16.15–18.00 Uhr) zu besuchen.
Literaturhinweise: Rippmann, Dorothee: Wirtschaft und Sozialstruktur auf dem Land im Spätmittelalter, in: Nah dran, weit weg. Geschichte des Kantons Basel-Landschaft, Bd. 2: Bauern und Herren. Das Mittelalter,2001, S. 139–164; Rösener, Werner: Bauern im Mittelalter, 1985; Meier, Thomas/Sablonier, Roger (Hg.): Wirtschaft und Herrschaft. Beiträge zur ländlichen Gesellschaft in der östlichen Schweiz (1200–1800), 1999; Dorf und Stadt. Ihre Beziehungen vom Mittelalter bis zur Gegenwart, hg. v. Clemens Zimmermann, 2001.
Hinweis: Aus organisatorischen Gründen ist für Studierende aller Studiengänge die Anmeldung im entsprechenden OLAT-Kurs wichtig.
Rossi, Carla
Il tessuto melodico del «Purgatorio» dantesco
Di 14.00–15.45
L’idea di questo seminario nasce da una duplice constatazione: 1) la musica assolve un ruolo primario nella costruzione diegetica e ideologica della Divina Commedia: essa è elemento intrinseco, in primo luogo, alla struttura metrica e agogica dei versi del poema 2) la struttura melodica della Commedia ricalca scientemente la partizione boeziana delle tre categorie musicali.
In conformità con la tradizione culturale del Medioevo, Dante conosceva il trattato boeziano De institutione musica. Si deve a Boezio la suddivisione in musica instrumentalis, humana e mundana. La prima categoria si riferisce all’arte dei suoni; la seconda ha per oggetto l’euritmia dell’animo umano, che per raggiungere un alto grado di perfezione deve essere principalmente accordato con se stesso; infine, la musica mundana è l’armonia dell’universo, che può essere intesa come tale solo dall’anima, in quanto essa contiene in essenza il suo archetipo. Dai suoni sgraziati dell’Inferno (in quanto privi della Grazia divina), passando per la musica, essenzialmente monodica, del Purgatorio, si giunge al massimo grado armonico e polifonico del Paradiso. La costruzione dell’impalcatura melodica della Commedia prevede quindi un diverso trattamento della tematica musicale nello sviluppo narrativo delle tre cantiche e del disegno poetico-musicale al quale Dante conferisce l’aspetto di un teatrale dramma liturgico. Obiettivo principale del seminario è offrire agli studenti la possibilità di analizzare sistematicamente tali riferimenti musicali, in particolare quelli presenti nel Purgatorio, al fine di studiare nel dettaglio la struttura portante del tessuto melodico del poema. Sarà Antipurgatorio a rivelarsi il luogo privilegiato per lo studio delle presenze musicali nella Commedia; una delle sue caratteristiche è l’esplosione di un mondo sonoro rigorosamente articolato. È qui, infatti, che Dante, varcatane la soglia, ascolta il ‹dolce suono› dell’inno Summae Deus Clementiae e, a distanza ravvicinata - oltre ad incontrare il musico Casella che intona la canzone dottrinale Amor che nella mente mi ragiona e il liutaio Duccio -, conduce due riflessioni sugli effetti medusei (e impetranti) della musica; ode inoltre l’intonazione dell’intero lungo salmo CXIV In exitu Israel de Aegypto, quella, poi, di un Miserere ed infine, nella ‹valletta dei principi negligenti›, un Salve Regina e un inno ambrosiano, Te lucis ante. Il Purgatorio, in quanto il regno della purificazione dei peccati, assume anche la funzione di sgombrare il caos musicale incontrato nel regno dei dannati. Attraverso il ripristino del valore poetico del dire in rima, ma anche e non di meno attraverso una rinascita musicale, se si vuole aderire alla concezione dantesca di poesia, cioè di: ‹fictio rethorica musicaque poita›: ossia una creazione poetica fondata su retorica e musica, senza le quali la poesia non potrebbe realizzarsi. Tali nozioni chiariscono il livello polisemico del verso introduttivo del Purgatorio: ‹qui la morta poesi resurga›, topos grazie al quale, mediante la rinascita della poesia attraverso la lettera, si permette al lettore di comprendere un significato basilare, ossia la connessione tra purgazione dei peccati -eliminazione dei rumori- riaccordo dell’anima con se stessa. Ci si concentrerà quindi in modo particolare sulla scelta degli inni liturgici menzionati da Dante, per poter studiare la relazione che questi intrattengono con il testo del poema e analizzarne gli effetti sugli spiriti purganti. Si passerà quindi all’approfondimento dell’analisi dell’episodio di Arnaut Daniel. All’interno, dunque, del discorso sul rapporto tra musica e lussuria, si dedicherà estrema attenzione a quella che si configura come una stanza di canzone occitanica in décasyllabes, e più precisamente come un congedo, ovverosia il discorso di Arnaut Daniel in Purgatorio, XXVI, 140–147, al fine di evidenziare non solamente come gli otto versi danteschi possano essere cantati dall’anima purgante sulle note della famosa canzone folchettiana d’argomento corteseamoroso Tant m’abellis, ma come quel canto laico rappresenti parte essenziale per percorso di espiazione del lussurioso Arnaut e, più in generale, parte essenziale del tema del ‹dolce suono› udito dal pellegrino appena entrato in Purgatorio e che lo accompagnerà del corso del viaggio del secondo regno.
Rudolph, Ulrich
Einführung in die Prinzipien des Rechts (usul al-fiqh)
Mi 14.00–15.45
Die Wissenschaft von den Prinzipien des Rechts nimmt eine wichtige Stellung in der Geschichte des religiösen Denkens in der islamischen Welt ein. Für viele zeitgenössische Muslime bildet sie sogar das zentrale Element ihrer intellektuellen Tradition. Ziel des Seminars ist es, die Genese und die innere Systematik der us?l al-fiqh kennenzulernen. Als anschauliches Beispiel dient dabei das Kit?b al-Luma? f? Us?l al-fiqh von Ab? Ish?q aš-Š?r?z? (gest. 1083).
Literatur: Wael Hallaq, A History of Islamic Legal Theories. An introduction to Sunni us?l al-fiqh, London 1997; Matthias Rohe, Das islamische Recht. Geschichte und Gegenwart, 3. Aufl., München 2011.
Rübekeil, Ludwig
Die Gliederung der germanischen Sprachen
Do 14.00–15.45
Die den germanischen Einzelsprachen zugrunde liegende Ausgangssprache (Urgermanisch, Proto-Germanic) wird in den Handbüchern auch heute gerne noch eindimensional gezeichnet und erscheint als Punkt in einem Stammbaum indogermanischer Sprachen, von welchem wiederum Einzelsprachen abzweigen. Die sprachliche Realität dürfte dagegen - wie in anderen natürlichen Sprachen - anders ausgesehen haben. Auch die germanische Grundsprache lässt sich nur als dynamisches Kontinuum diachronischer und diatopischer Varietäten begreifen, was sich im Erscheinungsbild der mittelalterlichen Korpussprachen niederschlägt. Diese zeigen zum einen Merkmale, die nicht auf einen einheitlichen Ausgangspunkt zurückgeführt werden können. Zum andern haben teilsystemische Übereinstimmungen (‹Isoglossen›) zur Rekonstruktion jüngerer übergreifender Einheiten geführt, von denen das berüchtigte Trio West-, Ost- und Nordgermanisch nur die Spitze eines ganzen forschungsgeschichtlichen Eisbergs ist. Die Forschung der letzten Jahre hat dieser Einsicht Rechnung getragen und beschäftigt sich zunehmend mit der Frage nach den komplexen Umschichtungsvorgängen.
Das Seminar beschäftigt sich sowohl mit Fragen der Beziehungen zwischen den germanischen Einzelsprachen als auch mit Theorien zu Grossarealen wie etwa Gotonordisch (Jungandreas, Schwarz), Nordwestgermanisch (Kuhn, Antonsen) oder Nieder-/Hochgermanisch (Venneman) sowie mit verschiedenen Rekonstruktionsmodellen. Alle Themen werden nicht rein theoretisch, sondern datenbasiert erarbeitet.
Voraussetzung für die Teilnahme sind ein abgeschlossenes linguistisches Grundstudium und vertiefte Kenntnisse der älteren Sprachgeschichte. Von Vorteil ist die Kenntnis einer altgermanischen Sprachstufe. Das Seminar wird mithilfe des OLAT-Programm (https://www.olat.uzh.ch/) betreut. Regelmässige Mitarbeit in diesem Programm ist Bedingung für die Teilnahme.
Vorbereitende Literatur: Orrin W. Robinson, Old English and ist closest relatives. A survey of the earliest Germanic languages. Stanford 1992.
Schiel, Juliane
Venedig zwischen Mythos und Antimythos: neue Perspektiven auf die Löwenrepublik
Mo 10.15–12.00
Kein anderer Stadtstaat Italiens hatte so lange Bestand wie die Seerepublik Venedig. Von 1297 bis 1797 herrschte eine fest geschriebene Zahl von Adelsfamilien unter einer stabilen Verfassung und im inneren Frieden über eines der grössten maritimen Reiche der Geschichte – so jedenfalls lautet die traditionelle Version der Historiographie von damals bis heute. Für diese Sonderrolle bewundert und gehasst, galt Venedig den einen seit jeher als neues Sparta, als Idealtypus einer unabhängigen, starken Republik und Weltmacht, deren regierende Adlige sich den Idealen des Humanismus, den kaufmännischen Tugenden und einem strengen Arbeitsethos verpflichtet fühlten. Für andere hingegen war die Stadt immer schon Inbegriff von Repression, Tyrannei und Dekadenz. Erst in jüngster Zeit haben Ansätze einer neuen Wirtschafts- und Sozialgeschichte einen anderen Blick auf Venedig eröffnet: Neue Quellen rücken in den Fokus, herkömmliche Narrative und Vorstellungen werden dekonstruiert und Venedig-Geschichten jenseits von Mythos und Antimythos entstehen. Im Seminar soll eine kritische Auseinandersetzung mit der Historiographie zu Venedig auf zwei Ebenen stattfinden: Zum einen werden wir diskutieren, welches analytische Potential in den neueren Ansätzen der Geschichtswissenschaften steckt. Zum anderen wollen wir uns intensiv mit den Originalquellen, ihrer Materialität, ihrem Aussagewert und ihre Überlieferungsgeschichte auseinandersetzen, um schliesslich zu einer eigenen Einschätzung zu gelangen. Die Veranstaltung gliedert sich in vier Blöcke: (1) Venedig als Stadtrepublik; (2) Venedig als See- und Kolonialmacht; (3) Venedig als Landmacht; (4) Aussenansichten auf Venedig. Eine Exkursion ist geplant. Gutes Leseverstehen in englischer und französischer Sprache sowie Grundkenntnisse in Latein werden vorausgesetzt. Kenntnisse des Italienischen sind hilfreich, aber nicht zwingend.
Zur Einführung und Einstimmung empfohlen sind: John Martin/Dennis Romano (Hrsg.), Venice Reconsidered. The History and Civilization of an Italian City-State, 1297–1797. Baltimore 2000; Elisabeth Crouzet-Pavan, Venise Triomphante. Les horizons d’un mythe. Paris 1999; Peregrine Horden/Nicholas Purcell, The Corrupting Sea. A Study of Mediterranean History. Oxford 2000; David Abulafia, The Great Sea. A Human History of the Mediterranean. London 2011.
Ein Besuch der Ausstellung «Kapital» im Zürcher Landesmuseum, z. B. am 7. Februar, 18:00 - 19:00 Uhr, mit einer Führung durch Dr. Jan-Friedrich Missfelder (UZH).
Hinweis: Aus organisatorischen Gründen ist für Studierende aller Studiengänge die Anmeldung im entsprechenden OLAT-Kurs wichtig. Abgabetermin für die Seminararbeit ist der 15. Juni (1-sem.) bzw. der 15. Dezember (2-sem.) 2013. Wer im Rahmen der Seminararbeit auch mit Archivalien arbeiten möchte, dem wird empfohlen, das Seminar als zweisemestrige Veranstaltung zu buchen.
Schiendorfer, Max
Eidgenössische Literatur der Frühneuzeit
Di 16.15–18.00
Die ersten Jahrzehnte des 16. Jhs. waren eine äusserst bewegte und aufregende Zeit. Das gilt nicht nur, aber gerade auch für die schweizerische Eidgenossenschaft. Nach deren triumphalen Erfolgen in den Burgunder- (1475/76) und Schwabenkriegen (1499) war das Selbstbewusstsein des kleinen Staatenbundes immens gestiegen, und namentlich seine ebenso furchtlosen wie furchteinflössenden Söldnertruppen wurden zum allseits begehrten Exportschlager. Die vernichtende Niederlage bei Marignano (1515) setzte dann aber den Schweizer Expansionsträumen ein abruptes Ende, und Ulrich Zwingli, der als Feldprediger dem Debakel beigewohnt hatte, wandelte sich zum militanten Gegner jeglicher Reisläuferei. Damit war ein ernstzunehmender Interessenkonflikt programmiert, der einen Keil nicht nur zwischen einzelne der Bündnispartner trieb, sondern auch in deren eigenen Reihen - z.B. innerhalb der Bürgerschaft Zürichs - für Zwietracht sorgte. Die Belastungsprobe wurde nochmals entscheidend forciert, als Zwingli ab 1519 in Zürich entschlossen die Reformation vorantrieb und 1523 endgültig etablieren konnte. Als weitere Städte diesem Beispiel folgten (St. Gallen, Schaffhausen, Bern, Basel) war die Eskalation scheinbar nicht mehr zu vermeiden. Im zweiten Kappelerkrieg (1531), den die militärisch eigentlich überlegenen Reformierten überraschend verloren, fand Zwingli den Tod. Nun waren die besonneneren Kräfte beider Parteien gefordert, um den Bund nicht auseinanderbrechen zu lassen und damit dem sicheren Untergang preiszugeben. Es galt gezwungenermassen, einen modus vivendi, einen ‹typisch schweizerischen› Kompromiss zu finden.
Im Seminar werden wir eine Auswahl von Texten verschiedener Formen und Gattungen (Lieder, Reimpaardichtungen, Dialoge in Vers und Prosa, Dramen) behandeln, die diese bewegten Vorgänge aus unterschiedlichen Blickwinkeln reflektieren und kommentieren.
Textgrundlagen: Zu Semesterbeginn wird ein digitaler Reader zur Verfügung gestellt.
Voraussetzungen: erfolgreicher Abschluss von Grundstudium bzw. Orientierungsphase; Bereitschaft zur eingehenden Lektüre der behandelten Texte; Mitwirkung an einer Sitzungspräsentation. Von Lizentianden ist eine vorgängige Anmeldung erwünscht per Mail.
Schnyder, Mireille
Mandevilles Reisen
Do 10.15–12.00, ab 28.02.
Die Reisen von Jean de Mandeville gehören zu den erfolgreichsten Texten des späten Mittelalters. Ende des 14. Jh.s in französischer Sprache von einem bis heute nicht sicher identifizierten Autor aufgeschrieben, wurde die Kombination einer Jerusalemfahrt und einer Erschliessung der Wunder des Orients sehr schnell schon in verschiedene andere Sprachen übersetzt und früh auch als gedrucktes Buch verbreitet. Die Kompilation von Berichten und Wissensinhalten aus früheren Reise- und Pilgerberichten wurde lange Zeit als authentischer Erfahrungsbericht rezipiert und erst im 19. Jh. als Zusammenstellung anderer Texte, als imaginierte, fiktive Reise eines sich als Reisenden inszenierenden Autors erkannt. Die deutschen Übersetzungen von Otto von Diemeringen und Michel Velser sind in 44 rsp. 39 heute bekannten Handschriften überliefert und sind beide zwischen 1480 und 1482 ein erstes Mal gedruckt worden, Velser in Augsburg, Diemeringen in Basel. Das Seminar wird sich mit diesen deutschen Übersetzungen der Reisen beschäftigen. Dabei geht es darum, theoretische und methodische Möglichkeiten einer Erschliessung dieser Texte zu erarbeiten. Im Vordergrund stehen dabei neben Diskursgeschichte narratologische Aspekte, rezeptions- und überlieferungsgeschichtliche Fragen, Phänomene der Intertextualität und Probleme der Relation von Text und Bild in den frühen Drucken.
Ausgangstext des Seminars sind die zwei Erstdrucke, wie sie in der Ausgabe von Bremer und Ridder fassbar sind: Jean de Mandeville: Reisen. Reprint der Erstdrucke der deutschen Übersetzungen des Michel Velser (Augsburg, bei Anton Sorg, 1480) und des Otto von Diemeringen (Basel, bei Bernhard Richel, 1480/81); hg. und mit einer Einleitung versehen von Ernst Bremer und Klaus Ridder, Hildesheim u. a. 1991 (Deutsche Volksbücher in Faksimiledrucken, Reihe A, Bd. 21). Ausgewählte Textstellen sowie weitere Texte werden auf OLAT bereitgestellt.
Schnyder, Mireille
Prologe im Mittelalter
Di 14.00–15.45, ab 26.02.
Die Prologe im höfischen Roman sind hochartifizielle Redeanfänge, die einerseits das Publikum auf das Kommende vorbereiten sollen, anderseits die Erzählhaltung sowie das Erzählen selber thematisieren. So lässt sich anhand dieser Texte nicht nur nach rhetorischen Traditionen fragen, sondern auch nach der Selbststilisierung des Erzählers, der Funktionalisierung des Erzählens, der Inszenierung der Geschichte sowie der Fiktionalisierung des Geschehens.
Im Seminar werden Prologe der weltlichen und geistlichen Literatur des Mittelalters besprochen. Die Texte werden auf OLAT bereitgestellt.
Scholz, Sebastian
Seminar zur Vorlesung: Das Reich der Ottonen und die Entstehung neuer Herrschaftsstrukturen im 10. Jahrhundert
Do 16.15–18.00
Das Seminar behandelt parallel zur Vorlesung die Entwicklung des ostfränkisch-deutschen Reiches vom ausgehenden 9. Jahrhundert bis zum Tode Kaiser Heinrichs II. 1024. Im Fokus werden die Organisation von Herrschaft, Formen der Konfliktlösung und die Bedeutung von Ritualen, die Beziehung zwischen weltlicher und geistlicher Gewalt sowie die Kontakte mit Byzanz und Cordoba stehen. Anhand eingehender Quellenanalysen sollen diese Fragen untersucht und die einschlägigen Forschungsansätze diskutiert werden.
Literaturhinweise: Gerd Althoff, Die Ottonen: Königsherrschaft ohne Staat, Stuttgart 2005; Sebastian Scholz, Politik – Selbstverständnis – Selbstdarstellung. Die Päpste in karolingischer und ottonischer Zeit, Stuttgart 2006; Matthias Becher, Otto der Grosse. Kaiser und Reich. Eine Biographie, München 2012.
Hinweis: Aus organisatorischen Gründen ist für Studierende aller Studiengänge die Anmeldung im entsprechenden OLAT-Kurs wichtig (siehe Links). Abgabe der Seminararbeiten BA/MA bis spätestens 24. Juni 2013 2013 (einsemestrig). Bei zweisemestriger Buchung Abgabe nach Absprache. Lizentiatsstudierende bis spätestens 2. September 2013.
Sonderegger, Stefan und Dorothee Rippmann Tauber
Ländliche Gesellschaft im Mittelalter
Mi 14.00–15.45
Bis weit in die Neuzeit hinein bildete die ländliche Bevölkerung den weitaus grössten Teil der Gesellschaft in Europa. Trotz dieser Tatsache wissen wir noch wenig über das Leben auf dem Land im Mittelalter. Das Seminar stellt in einem Einführungsteil das Thema ‹Ländliche Gesellschaft› in den Zusammenhang mit der allgemeinen Geschichte des Mittelalters. Danach werden mit edierten oder unveröffentlichten Quellen aus regionalen Archiven der Schweiz Fragen der landwirtschaftlichen Produktion, des Verhältnisses zwischen Stadt und Land und der Lebensbedingungen auf dem Land diskutiert. Im Seminar kann mit noch unedierten Quellen aus Archiven gearbeitet werden. Es wird empfohlen, das Kolloquium «Lektüre und Interpretation von Archivquellen» (Mittwoch, 16.15–18.00 Uhr) zu besuchen.
Literaturhinweise: Rippmann, Dorothee: Wirtschaft und Sozialstruktur auf dem Land im Spätmittelalter, in: Nah dran, weit weg. Geschichte des Kantons Basel-Landschaft, Bd. 2: Bauern und Herren. Das Mittelalter,2001, S. 139–164; Rösener, Werner: Bauern im Mittelalter, 1985; Meier, Thomas/Sablonier, Roger (Hg.): Wirtschaft und Herrschaft. Beiträge zur ländlichen Gesellschaft in der östlichen Schweiz (1200–1800), 1999; Dorf und Stadt. Ihre Beziehungen vom Mittelalter bis zur Gegenwart, hg. v. Clemens Zimmermann, 2001.
Hinweis: Aus organisatorischen Gründen ist für Studierende aller Studiengänge die Anmeldung im entsprechenden OLAT-Kurs wichtig.
Stercken, Martina und Claudia Zey
Die Normandie als politischer Raum (mit Exkursion)
Samstag, 23.03, 19.04, 20.04, 31.05, jeweils 09:00–16:00 Uhr
Das Herzogtum Normandie im Nordwesten Frankreichs gehört zu den früh entwickelten Herrschaftsräumen des europäischen Hochmittelalters mit grosser Ausstrahlung. Zu Beginn des 10. Jahrhunderts entstanden, entwickelte sich hier binnen anderthalb Jahrhunderten eine Dynamik, die nicht nur die politischen Durchdringung der Region einleitete, sondern auch zur Eroberung Englands und Süditaliens führte. Fortan bildete die Normandie die Basis eines transmarinen Herrschaftsgebildes bestehend aus dem Herzogtum Normandie und dem anglonormannischen Königtum. Im Seminar sollen die Bedingungen untersucht werden, unter denen eine derart erfolgreiche Herrschaftsbildung möglich war. Untersucht werden die Voraussetzungen und Strategien, welche die Normandie in der Mitte des 11. Jahrhunderts zu einem europäischen Herrschaftszentrum werden liessen. Eine Exkursion zum Seminar soll das normannische Herzogtum als politischen Raum erfahrbar machen. Das Seminar sollte nur in Verbindung mit der Teilnahme an der Exkursion (Kolloquium) besucht und gebucht werden, die vom 3.6. bis 9.6.2013 stattfinden wird. Verpflichtend ist die Exkursionsteilnahme nicht.
Literaturhinweis: Alheydis Plassmann, Die Normannen. Erobern, Herrschen, Integrieren, Stuttgart 2008 (UrbanTaschenbücher 616).
Hinweis: Aus organisatorischen Gründen ist für Studierende aller Studiengänge die Anmeldung im entsprechenden OLAT-Kurs wichtig (siehe Links). Abgabe der Seminararbeiten der Bachelor- und Masterstudierenden bei einsemestriger Buchung bis zum 30.06.2013, bei zweisemestriger Buchung bis zum 15.9.2013. Die Seminararbeiten der Lizentiatsstudierenden sind ebenfalls bis zum 15.9.2013 abzugeben.
Teuscher, Simon
Kulturen des Konsums im mittelalterlichen Zürich. Literatur- und Quellenlektüre (Forschungsseminar)
Di 14.0–15.45
Das Seminar ist nur für MA-Studierende offen. Es verbindet ein aktuelles Thema mit der Vermittlung von ‹Forschungs-Skills› wie dem Bearbeiten von Quellen und ihrer Verknüpfung mit Theorien. Die Konsumkulturen – auch im Mittelalter ein wichtiger Ausdruck von Urbanität – sind in den letzten Jahren zu einem zentralen Forschungsthema geworden. Während man die grossen wirtschaftlichen Umbrüche seit dem Mittelalter bis vor kurzem vor allem auf veränderte Produktionsweisen zurückgeführt hat, betonen neue Studien die Auswirkungen neuer Konsumformen. Damit erhalten alltägliche Praktiken des Einkaufens, des Kochens und Auswärtsessens, des Kleiderkaufens und Selber-Schneiderns, aber auch der Moden, des Self-Fashoning und der Selbstinszenierung durch Gebrauchs- und Luxusgüter neue Relevanz. Das Seminar verbindet die Lektüre theoretischer Beiträge zu vormodernen Konsumkulturen mit Quellenlektüren. In enger Zusammenarbeit mit dem Staatsarchiv Zürich untersuchen wir städtische Akten, die Aufschluss über Praktiken des Konsumierens in Zürich im 14. und 15. Jahrhundert geben.
Hinweis: Aus organisatorischen Gründen ist für Studierende aller Studiengänge die Anmeldung im entsprechenden OLAT-Kurs wichtig.
Teuscher, Simon
Rittertum: Globale Ambitionen, lokale Herrschaft
Do 10.15–12.00
Die Ritter stehen heute im Zentrum von Mittelalterphantasien – und gehörten in mancher Hinsicht schon im Mittelalter ins Reich der Phantasie. In der Figur des Ritters flossen Kreuzzugsideale, adlig-kriegerische Verhaltenscodices und literarische Gegenwelten mit Minnedienst und Gralssuche ineinander. Den Idealen mit globalem Anspruch stand ein meist sehr lokaler Wirkungsradius der Leute gegenüber, die als Ritter betrachtet werden wollten. Die Forschung hat das Aufkommen des Rittertums auch mit harten Realitäten in Verbindung gebracht, zum Beispiel mit einer ‹feudalen Revolution› oder Verschiebungen der ganzen gesellschaftlichen Tektonik. Wie kaum ein anderer Begriff steht das Rittertum im Mittelpunkt von Debatten darüber, was die Besonderheit mittelalterlicher Gesellschaften im Westen ausmacht – zumal es verwandte Phänomene auch in den gleichzeitigen Kulturen Japans oder Indiens gab. Im Seminar nähern wir uns dem Rittertum über die Beschäftigung mit Forschungskontroversen und Quellen. Wir werfen auch Seitenblicke auf die Ritterfiguren in der heutigen Geschichtskultur in Film, Roman und Re-enactment.
Hinweis: Aus organisatorischen Gründen ist für Studierende aller Studiengänge die Anmeldung im entsprechenden OLAT-Kurs wichtig.
Timofeeva, Olga
Chaicer’s Minor Poems
Di 14.00–15.45
To students of the Middle English language and literature Geoffrey Chaucer is known above all as the author of the Canterbury Tales. This course, however, will not include this famous collection, but will concentrate instead on minor long poems (such as The Book of the Duchess, Troilus and Criseyde, The Parlement of Foules) and short poems (such as The Complaint of Chaucer to his Purse, The Former Age, Fortune). We will look into the Continental sources of Chaucer’s genres and plots, analyse his style and metre, grammar and lexis, taking also into account such important pragmatic aspects of Chaucer’s poetry as manuscripts, readership, early responses to his works, and first printed editions.
Text: The Riverside Chaucer, 3rd edition, ed. by Larry D. Benson and Christopher Cannon. OUP, 2008. Additional texts and materials will made available electronically from the OLAT seminar platform.
Hinweise: This course is suitable for students who have successfully completed The History of the English Language module.
Trachsler, Richard
Les Fabliaux. Contes à rire du Moyen Age
Do 16.15–18.00
On désigne par le terme de fabliaux environ 130 récits brefs en vers qui datent, pour la plupart, du XIIIe et du XIVe siècle. La plupart racontent des histoires de tromperie, d’adultère, de séduction etc. Certains récits sont franchement obscènes et choquent, même de nos jours. Dans ce séminaire, on tentera de s’interroger sur des notions fondamentales comme l’humour, l’obscénité, la misogynie à l’aide d’un corpus de textes dont la distance, culturelle et chronologique, met à l’épreuve nos catégories modernes.
Dans ce séminaire, nous lirons ces textes «en contexte», c’est-à-dire tels qu’ils se présentent dans les manuscrits et nous nous interrogerons sur la co-présence, dans les mêmes recueils, de textes religieux et franchement obscènes...
Les étudiants sont priés de se procurer l’édition suivante: Fabliaux érotiques, éd. par Luciano Rossi et Richard Straub, Paris, Librairie générale française,1992 (le Livre de Poche, Lettres gothiques). Un autre choix de texte sera mis à disposition lors de la première séance.
Uhl, Susanne und Therese Bruggisser-Lanker
Mystik und Musik. Ausdrucksweisen des Unsagbaren
Mo 16.15–18.00
In zahlreichen Legenden und Viten mystisch begnadeter Menschen, aber auch in theologischen Texten des Mittelalters finden sich Hinweise auf ekstatische Gottesbegegnungen während oder ausserhalb der Liturgie, die von klanglichen Phänomenen begleitet werden. Seuse etwa beschreibt die Erfahrung einer unio mystica beim Singen des Sanctus-Benedictus, bei dem sich nach mittelalterlicher Vorstellung Himmel und Erde berühren, als «zerflossenheit» der Seele: Unaussprechlicher Glanz, «inhizzige[…] begierde» und ein inneres Licht seien in sein Herz gedrungen und hätten ihm «alle sin kraft» geraubt. Als er wieder zu sich kam und die Augen öffnete, die voller Tränen waren, hallten die geistlichen Klänge in seiner Seele nach (Briefbüchlein, VIII. Brief, S. 386.10–30). Das individuelle mystische Erleben und die offizielle liturgische Feier werden dabei so enggeführt, dass die einzelnen Ebenen bisweilen nur noch schwer voneinander zu unterscheiden sind und sich gegenseitig zu bedingen scheinen. An ihrer Schnittstelle steht, nicht nur bei Heinrich Seuse, die Musik, das Medium des Klangs, welches wie das Medium des Textes selbst eine doppelte Funktion haben kann: ein bereits zurückliegendes mystisches Erleben zu beschreiben oder eine Gottesbegegnung überhaupt erst zu ermöglichen. Im Zitat eines Hymnus, einer Prose oder geistlichen Liedes, im inneren Hören einer nicht näher bestimmten himmlischen Musik oder der Schau einer Schar von singenden oder tanzenden Engeln mit Instrumenten wird die von Musik durchdrungene Vision erneut vergegenwärtigt.
Das Seminar möchte daher aus germanistischer und musikwissenschaftlicher Perspektive die Verschränkung der Medien Text und Musik am Beispiel von Mystik und Liturgie thematisieren und analysieren, welche Möglichkeiten und Grenzen den Medien eigen sind, die beide von der Tradition der Negativtheologie her gedacht etwas Unaussprechliches bezeichnen oder sich diesem anzunähern versuchen: der Beziehung des Menschen zum Göttlichen. Dabei sollen auch Fragen der Ästhetik und der Aufführung behandelt werden, welche trotz des engen Bezugs der beiden Medien auf unterschiedliche Weise zu stellen und zu beantworten sind.
Anforderungen: Lateinkenntnisse sind erforderlich. Was Grundlagen des Musikalischen wie des Mittelhochdeutschen betrifft, wird fächerübergreifend Hilfestellung geboten.
Zey, Claudia und Martina Stercken
Die Normandie als politischer Raum (mit Exkursion)
Samstag, 23.03, 19.04, 20.04, 31.05, jeweils 09:00–16:00 Uhr
Das Herzogtum Normandie im Nordwesten Frankreichs gehört zu den früh entwickelten Herrschaftsräumen des europäischen Hochmittelalters mit grosser Ausstrahlung. Zu Beginn des 10. Jahrhunderts entstanden, entwickelte sich hier binnen anderthalb Jahrhunderten eine Dynamik, die nicht nur die politischen Durchdringung der Region einleitete, sondern auch zur Eroberung Englands und Süditaliens führte. Fortan bildete die Normandie die Basis eines transmarinen Herrschaftsgebildes bestehend aus dem Herzogtum Normandie und dem anglonormannischen Königtum. Im Seminar sollen die Bedingungen untersucht werden, unter denen eine derart erfolgreiche Herrschaftsbildung möglich war. Untersucht werden die Voraussetzungen und Strategien, welche die Normandie in der Mitte des 11. Jahrhunderts zu einem europäischen Herrschaftszentrum werden liessen. Eine Exkursion zum Seminar soll das normannische Herzogtum als politischen Raum erfahrbar machen. Das Seminar sollte nur in Verbindung mit der Teilnahme an der Exkursion (Kolloquium) besucht und gebucht werden, die vom 3.6. bis 9.6.2013 stattfinden wird. Verpflichtend ist die Exkursionsteilnahme nicht.
Literaturhinweis: Alheydis Plassmann, Die Normannen. Erobern, Herrschen, Integrieren, Stuttgart 2008 (UrbanTaschenbücher 616).
Hinweis: Aus organisatorischen Gründen ist für Studierende aller Studiengänge die Anmeldung im entsprechenden OLAT-Kurs wichtig (siehe Links). Abgabe der Seminararbeiten der Bachelor- und Masterstudierenden bei einsemestriger Buchung bis zum 30.06.2013, bei zweisemestriger Buchung bis zum 15.9.2013. Die Seminararbeiten der Lizentiatsstudierenden sind ebenfalls bis zum 15.9.2013 abzugeben.
Kolloquien, Kurse, Übungen
Alfare, Sabrina
Grundkurs II: Überblick
Di 12–14
Der Grundkurs II vermittelt Grundkenntnisse für das Studium der Mittellateinischen Sprach- und Literaturwissenschaft. Der Schwerpunkt liegt, im Gegensatz zum Grundkurs I, nicht auf dem Übersetzen von Texten, sondern auf dem Umgang mit Texten. Der Kurs beinhaltet das Kennenlernen von Hilfsmitteln (z.B. Wörterbüchern, Nachschlagewerken und Datenbanken), eine kurze Einführung in verschiedene Teilbereiche des Faches sowie einen chronologischen Überblick über die lateinische Literatur im Mittelalter. Dazu werden Textausschnitte als Hausaufgabe übersetzt und dann in der Stunde besprochen. Am Ende des Semesters findet, wenn es zeitlich möglich ist, eine Handschriftenexkursion in die Zentralbibliothek statt. Der Kurs wird mit einer mündlichen Prüfung abgeschlossen. Vorheriger Besuch des Grundkurses I wird empfohlen, ist aber nicht Pflicht.
Studierende anderer Fächer können auch an diesem Kurs teilnehmen, das Latinum ist allerdings Voraussetzung.
Benz, Maximilian und Christine Scherrer
Geld und Vergeltung in der Literatur
Di 10.15–12.00
Das ‹Geld› und die ‹Vergeltung›, die mehr bedeutet als ‹Rache›, gehen sprachgeschichtlich auf dieselbe Wurzel zurück. Es handelt sich hierbei nicht nur um einen etymologischen Zusammenhang, sondern auch um einen sachlichen, der sich im Lauf der Zeit gewandelt hat.
Das Kolloquium hat sich in diesem Sinne einer Spurensuche verschrieben, wird doch der Zusammenhang von Geld und Vergeltung auch in der mittelalterlichen Literatur verhandelt. Anhand einer akkuraten Lektüre vom Guoten Gerhart Rudolfs von Ems, verschiedenen Kurzerzählungen des Spätmittelalters und des Prosaromans Fortunatus sollen unterschiedliche Aspekte vormoderner Ökonomie zur Sprache kommen: die Bedeutung und Funktion von Geld, das Verhältnis von Gabe und Tausch sowie die Relation von Begehren, Körper und Geschlecht. Während dabei ein kulturgeschichtliches Interesse die mitunter schwierige Vereinbarkeit von christlicher Moral und wirtschaftlicher Praxis fokussiert, nimmt eine poetologisch ausgerichtete Lektüre das Verhältnis von Ökonomie und Erzählen in den Blick.
Burnett, Charles (Warburg Institute London)
Medieval Translations
11. bis 14. Februar 2013: Mo, Di, Mi 10 bis 12 Uhr und 14 bis 16 Uhr. Do 10 bis 12.
This course will explore how the culture of different regions in Europe and the Middle East contributed to the production of translations into Latin from Greek, Hebrew and Arabic, and the consequent ‹renaissance› in European science and philosophy. The regions will include England, Occitania and Catalonia, Aragon, Tuscany, Sicily, Constantinople and Antioch. Each region has a specific character, due to differences in patronage, language knowledge, and audience-differences reflected in the choice of the works translated, and in their reception. The course will be based on a dossier of relevant texts (mainly in Latin, but always with English translations), and will include both visual and musical illustrations.
Eschenlohr, Ludwig
Eisenverhüttung und -verarbeitung im Mittelalter und der frühen Neuzeit
Di 8.00–12.00, beginnend am 26. Februar, alternierend mit dem Praktikum zur Fundbearbeitung
Eisenverhüttung und Eisenverarbeitung in Mittelalter und Neuzeit Eisenobjekte aus archäologischen Kontexten gehören aufgrund ihres oft schlechten Erhaltungszustandes zu jenen archäologischen Objekten, deren Konservierung und Auswertung oft einen höheren Aufwand erfordert. Thema der Übung sind jedoch nicht primär die Objekte und ihre Funktion, sondern die Herstellung des Eisens im Mittelalter schlechthin. Wie wurde im frühen Mittelalter Eisen hergestellt? Welche Ressourcen benötigte die Eisenherstellung, welche Konsequenzen hatte sie für die Umwelt? Welche Prozesse waren zur Eisenherstellung nötig? Wie haben sich die Produktionsprozesse im Verlaufe des Mittelalters verändert? Dies sind einige Fragen, welche im Verlauf der Übung beantwortet werden sollen. Lernziele: Vertiefte Kenntnisse der Prozessabläufe bei der Eisenherstellung, sowohl in theoretischer als auch in praktischer Hinsicht. Kennenlernen der verschiedenen Abfallprodukte der Eisenherstellung (Schlacken). Einblicke in die Entwicklung der Eisenindustrie während des Mittelalters und der frühen Neuzeit. Anforderungen: Es bestehen keine besonderen Anforderungen. Für StudienanfängerInnen kann die Lehrveranstaltung sehr anspruchsvoll sein.
Literatur: Le fer. Collection «Archéologiques» dir. par A. Ferdière, Paris 2004; Eschenlohr, Ludwig, Recherches archéologiques sur le district sidérurgique du Jura central suisse, Lausanne 2001; Eschenlohr, Ludwig. et al., Develier-Courtételle, un habitat rural mérovingien. Métallurgie du fer et objets métalliques, Porrentruy 2007; Pleiner, Radomir, Iron in Archaeology, The European Bloomery Smelters, Prag 2000.
Voraussetzungen: Gute Französischkenntnis, da zahlreiche Fachliteratur auf Französisch.
Vorkenntnisse: Es bestehen keine besonderen Anforderungen. Für StudienanfängerInnen kann die Lehrveranstaltung sehr anspruchsvoll sein.
Lernziele: Vertiefte Kenntnisse der Prozessabläufe bei der Eisenherstellung, sowohl in theoretischer als auch in praktischer Hinsicht. Kennenlernen der verschiedenen Abfallprodukte der Eisenherstellung (Schlacken). Einblicke in die Entwicklung der Eisenindustrie während des Mittelalters und der frühen Neuzeit.
Zielgruppen: Studierende der Mittelalterarchäologie im Grund-/Hauptstudiums, sowie
Studierende mit besonderem Interesse für technische Prozessabläufe.
Hinweise: Praktische Arbeit an früh- und hochmittelalterlichem Fundmaterial einer noch nicht publizierten Ausgrabung. Eventuell Exkursion zu einem ausgegrabenen, mittelalterlichen Verhüttungsplatz im Jura (nach Absprache mit TeilnehmerInnen).
Forschungskolloquium
Christian Kiening, Susanne Köbele, Mireille Schnyder
Mi 16.15–18.00, alle 14 Tage ab 27.02.
Das Kolloquium dient der gemeinsamen Diskussion wichtiger Primär- oder Theorietexte sowie der Präsentation aktueller Forschungsprojekte.
Führer, Dörthe
Spezialkurs Paläographie
Di 10.15–12.00
In dieser Einführung in die Paläographie wollen wir bei der frühen karolingischen Minuskel beginnen und somit dort einsetzten, wo die letzte Veranstaltung von Franziska Schnoor aufhörte (Besuch dieser ist aber natürlich nicht Voraussetzung). Nach der karolingischen Minuskel werden wir verschiedene sog. gotische Schriften behandeln: von der praegotica, über Buch- und Kursivschriften. Abschliessend wollen wir uns der Rotunda und den Humanistenschriften widmen. Nebst kurzen theoretischen Einschüben wollen wir die Zeit v.a. verwenden, um gemeinsam Handschriften zu lesen und zu studieren. Voraussichtlich mit einer Exkursion.
Gamer, Maximilian
Carmina Burana
Do 14–16
In der Lektüre werden einzelne Stücke aus der Sammlung des Codex Buranus gelesen und sprachlich erschlossen, darunter alle Gedichte, die im Seminar behandelt werden. Die Lektüre kann auch unabhängig vom Seminar besucht werden.
Gleede, Benjamin und Philipp Roelli
Johannes Scotus Eriugena, Periphyseon (Kolloquium Antike und Christentum)
Di 16–18, am 26.2., 5.3., 19.3., 16.4., 23.4., 14.5. und 21.5.
Das Kolloquium Antike und Christentum findet jeweils im Frühjahrssemester statt und behandelt abwechselnd ein lateinisches oder griechisches Thema. Die Veranstaltung wird interdisziplinär von Kirchengeschichte, klassischer und mittellateinischer Philologie organisiert. Dieses Semester werden wieder Benjamin Gleede von der Kirchengeschichte und Philipp Roelli das Kolloquium zu Eriugena leiten. Das Besondere dieses Philosophen des 9. Jhs. ist seine neuplatonische Orientierung und die Tatsache, dass er als einer der wenigen seiner Zeit über Griechischkenntnisse verfügte. In der Veranstaltung werden gemeinsam Ausschnitte aus seinem Hauptwerk gelesen und diskutiert.
Für fortgeschrittene Studenten.
Gnehm, Michael
Architekturkontext: Antike und Moderne in Traktaten des 15. bis 17. Jahrhunderts
Mo 14.00–15.45
In der Übung «Architekturkontext» werden in Form eines Wiki architekturgeschichtliche Beiträge erarbeitet und, wo möglich, mit digital vorhandenen Quellen verlinkt. In diesem Semester wird das Verhältnis von Antike und Moderne anhand von Traktaten zur Kunst und Architektur der Renaissance und des Barock behandelt. Themen sind die Rezeption von Vitruvs «Zehn Büchern über Architektur», deren Adaption in Traktaten etwa L. B. Albertis (um 1450), Sebastiano Serlios (um 1540) oder Andrea Palladios (1570), die archäologischen Bemühungen im Kreis um Raffael und Castiglione (um 1519), das Geschichtsverständnis, wie es sich im Hinblick auf die Architektur in Vasaris «Viten» (1550) äussert, die Formalisierung von Architekturelementen in sogenannten Säulenbüchern (etwa Vignolas), die ‹Historisierung› und ‹Modernisierung› der Architektur, wie sie sich in Fréart de Chambrays «Parallèle de l‘architecture antique et de la moderne» (1650) oder in Fischer von Erlachs «Entwurff einer historischen Architectur» (1725) manifestieren.
Hinweis: Die Themen werden in der ersten Sitzung verteilt. Web-Link: www.khist.uzh.ch/architekturkontext
Hitz, Florian
Alpine Gesellschaft in Bewegung: Churrätien und die Drei Bünde 1300–1500
Mi 14.00–15.45
Im Verlauf des Spätmittelalters entstand in Churrätien das Staatsgebilde der Drei Bünde. Dieser Vorgang ist in der Historiographie oft unbesehen mit der Entstehung der Eidgenossenschaft parallelisiert oder von dieser abgeleitet worden. Demgegenüber lohnt es sich, Struktur und Wandel der churrätischen Gesellschaft aus ihren eigenen Bedingungen heraus zu betrachten. Von Hochadligen und Prälaten über Ritter und Pfarrer bis hin zu Bauern und Kaufleuten: Wer waren die sozialen Akteure? Ständegliederung und Klientelverhältnisse, Fehdeführung und Friedenswahrung, Territorienbildung und «Kommunalismus»: Welches waren die wesentlichen politisch-sozialen Formationen und Prozesse? Kam es schliesslich zur Konstruktion einer kollektiven politischen Identität? Regionalgeschichtliche Fragestellungen wie diese umreissen eine weit gespannte Thematik und tendieren letztlich zur «histoire totale». Daher werden im Kolloquium einige zeitliche Querschnitte gelegt und Quellen diskutiert, die für die verschiedenen Aspekte jeweils exemplarisch sind.
Unterrichtsmaterialien: Handbuch der Bündner Geschichte, 4 Bde., Chur 2000, 2. Auflage 2005, bes. Bd. I und IV.
Hinweis: Aus organisatorischen Gründen ist für Studierende aller Studiengänge die Anmeldung im entsprechenden OLAT-Kurs wichtig.
Höfert, Almut
Einführung in die islamische Geschichte
Di 10.15–12.00
In der gesellschaftlichen Debatte um Minarett- und Burkaverbot, die ‹kulturellen› Verschiedenheiten zwischen Europa und Islam nehmen historische Argumente einen zentralen Platz ein: Im Gegensatz zu Europa sei der Islam aufgrund seiner Geschichte nicht in der Lage, Religion und Staat voneinander zu trennen, weil der Prophet Muhammad die islamische umma als religiöse und politische Gemeinschaft zugleich geschaffen habe. Die politisch-gesellschaftliche Relevanz von bestimmten Geschichtsbildern ist derzeit in Bezug auf den Islam besonders brisant. In diesem Kolloquium werden wir uns zum einen die Frage behandeln, wie in Teilen der islamwissenschaftlichen und historischen Forschung das Islambild konstruiert wird, mit dem in der aktuellen gesellschaftlichen Debatte historisch argumentiert wird. Dabei werden wir uns mit aktuellen geschichtstheoretischen Ansätzen zur Überwindung eurozentristischer Sichtweisen auseinander setzen. Zum anderen werden wir uns mit ausgewählten Themen der islamischen Geschichte im Nahen Osten bis ins 21. Jahrhundert beschäftigen (wobei der Schwerpunkt auf der Vormoderne liegen wird) und dabei den Islam nicht als mit dem Propheten vom Himmel gefallene, exotische und abgeschottete Kultur, sondern als Teil allgemeiner historischer Entwicklungen betrachten.
Literaturhinweise: Al-Azmeh, Aziz: Die Islamisierung des Islams. Imaginäre Welten einer politischen Theologie. Frankfurt 1996; Berkey, Jonathan: The Formation of Islam. Religion and Society in the Near East, 600–1800. Cambridge 2003.
Hinweis: Aus organisatorischen Gründen ist für Studierende aller Studiengänge die Anmeldung im entsprechenden OLAT-Kurs wichtig.
Inés, Valentina und Truneanu Imhasly
Introducción al español medieval
Do 10.15–12.00
Este curso constituye una aproximación a la historia de la lengua española, desde sus orígenes hasta la actualidad, con énfasis en el español medieval. Mediante el empleo de herramientas teóricas y prácticas, se pretende abordar el estudio diacrónico del español y realizar análisis lingüísticos de textos castellanos medievales. Se tratarán las bases de la fonología y morfología del español medieval, así como fenómenos sintácticos y semánticos de este período. En el marco de la evolución del español a partir del latín, se discutirán los diversos factores que influyen en el cambio lingüístico y se abrirán perspectivas para el estudio filológico. Para el aprovechamiento de este curso, se requieren conocimientos de latín y fundamentos de la lingüística.
Köbele, Susanne
Rhetorik im Mittelalter. Textanalysen und Reflexionsmodelle
Do 16.15–18.00
Mit der Rhetorik ist es nicht so einfach. Süsse Eloquenz qualifiziert zwar den Liebhaber, aber - so gibt ein mittelalterlicher Minnetheoretiker zu bedenken - man muss rhetorisch auf der Hut sein. Blosse Maulhelden haben, je beredter, umso weniger Glück bei den Frauen.
Was ist Rhetorik? Als ‹Redekunst› (lat. eloquentia, ars bene dicendi) ist sie die auf Wirkung angelegte Formung von Sprache und Texten als lehr- und lernbares Regelsystem. In historischer Perspektive lassen sich faszinierend viele Rhetorik-Konzepte entdecken, die, mit unterschiedlichen Funktionen besetzt, bis in die neuzeitliche Textproduktion hineinwirken. Während die antike Rhetorik die politische Öffentlichkeit als Rahmen hat und Persuasion als Ziel, ist der institutionelle Ort der Rhetorik im Mittelalter die Schule bzw. Universität, und die auf ‹Wahrscheinlichkeit› gerichtete Persuasio-Funktion verschiebt sich im christlichem Kontext in eine heikle ‹Wahrheits›-Debatte. Von hier aus wird Rhetorik dann als eine der ‹sieben freien Künste› zum wichtigsten Fundament europäischer Literalisierung. Noch im 18. Jahrhundert ist Dichtung Teil der Redekunst, und die Poetik Teil der Rhetoriklehrbücher. Der tiefste Umbruch in der Rhetorikgeschichte liegt in der autonomieästhetischen Epoche, hat doch bereits Kant die Rhetorik gespalten und ‹Wohlredenheit› der Ästhetik zugeschlagen, ‹Rednerkunst› aber als Manipulation abgelehnt.
In der Übung analysieren wir Primärtexte in Auszügen (antike, mittelalterliche, frühneuzeitliche Rhetoriken; auch die Rhetorik literarischer Texte) sowie ausgewählte Sekundärliteratur. In konkreten Textanalysen geht es uns problemübergreifend um die Spannung von Rhetorik und Poetik, Rhetorik und Stil (Autorstil, Gattungsstil, Epochenstil), Rhetorik und Wahrheit, aber auch um Teil-Phänomene wie Liebesrhetorik, Kampfrhetorik, höfische und heroische Rhetorik. Den Abschluss bildet die gemeinsame Diskussion moderner, anthropologisch fundierter Rhetorikkonzepte, Theorien zum homo rhetoricus in der sog. ‹Neuen Rhetorik› des 20. Jahrhunderts.
Empfohlene Literatur zur Einführung: M. Wehrli, Rhetorik und Topik, in: ders., Literatur im deutschen Mittelalter. Eine poetologische Einführung (RUB), Stuttgart 1984, S. 114ff.; F. J. Worstbrock, Art. ‹Rhetorik. I. Geschichte und System›, Der Neue Pauly. Enzyklopädie der Antike, Bd. 15/2, 2003, Sp. 770–791. Für Fortschreitende und Fortgeschrittene: H. Blumenberg, Anthropologische Annäherung an die Aktualität der Rhetorik, in: Ders., Wirklichkeiten in denen wir leben. Aufsätze und eine Rede (11971, ital.), Stuttgart 1981, S. 104–136; J. Kopperschmidt (Hg.), Rhetorik. Bd. 1: Rhetorik als Texttheorie, Bd. 2: Wirkungsgeschichte der Rhetorik, Darmstadt 1991 [mit guter Bibl.]. Gemeinsam lesen wir u.a. Textauszüge aus: Aristoteles, Rhetorik. Übersetzt, mit einer Bibliographie, Erläuterungen und einem Nachwort von F.G. sieveke (UTB 159), München 51995; [Auctor ad Herennium:] Rhetorica ad Herennium. Lateinisch-deutsch, hg. und übersetzt von TH. Nüsslein, Zürich 1994; Dante, De vulgari eloquentia, edited and translated by S. Botterill (Cambridge Medieval Classics 5), Cambridge 1996; Galfrid von Vinsauf, Poetria nova, in: Les arts poétiques du XIIe et du XIIIe siècle. Recherches et documents sur la technique littéraire du moyen âge par E. Faral, Paris 1924 (Nachdruck Genf/Paris 1982), S. 194–262; J.C. Gottsched, Grund-Riss zu einer vernunfftmässigen Redekunst, Hannover 1729. Erweiterte Fassung: Ausführliche Redekunst, nach Anleitung der alten Griechen und Römer, wie auch der neuern Ausländer [...], Leipzig 1736; ausserdem Auszüge aus mittelalterlicher Lyrik und Epik, die jeweils in Kopien zur Verfügung gestellt werden.
Köbele, Susanne
Zwischen Kult und Kunst. Zur Poetik der Legende vom frühen Mittelalter bis zur Neuzeit
Do 12.15–13.45
Die Legende gilt als einfache Form mit elementarer Symbolfunktion und unbedingtem Wahrheitsanspruch. Ihre erbauliche Funktion sowie ihr uniformes Thema (die Hingabe des Heiligen an den Willen Gottes) bedingen einerseits eine Tendenz zum Schematismus, doch weist die Legende anderseits von Anfang an verblüffend vielfältige Erscheinungsformen und Funktionskontexte auf. Zwischen rhetorisch anspruchsloser, kurzer Vita und ambitionierten, Verslegenden bzw. Legendenromanen mit bis zu 33.000 Versen ist ein breites Spektrum zu entdecken. Gerade die Legende bleibt als Gattungstyp verblüffend lebendig bis in die Gegenwartsliteratur - warum?
Im Kolloquium diskutieren wir eine Auswahl verschiedener Legenden und Legendenromane, von Eugipps «Vita Sancti Severini» aus dem 5. Jahrhundert, über mittelalterliche Prosa- und Verslegenden bis hin zu neuzeitlichen Legenden-Transformationen Kleists, Kellers, Walsers, Bachmanns; auch ein Film von Lars von Trier ist dabei. Im Mittelpunkt steht das religiöse und ästhetische Faszinationspotential der Legende, ihre keineswegs «schlichte», sondern poetologisch heikle Zwischenstellung zwischen Kult und Kunst. «Legendenerzählen ist [...] deshalb ein Problem für die Literatur, weil es mit Literatur eigentlich nichts zu tun hat.» Stimmt das?
Zur Vorbereitung nützlich (und vergnüglich): Legenden. Heiligengeschichten vom Altertum bis zur Gegenwart, hg. v. Hans-Peter Ecker, Stuttgart 1999
Die meisten Primärtexte werden vor Semesterbeginn in Kopien zur Verfügung gestellt. Wer sich bereits einarbeiten will, lese: Eugippius, Vita Sancti Severini. Das Leben des heiligen Severin, Lateinisch/Deutsch, übers. u. hg. v. Theodor Nüsslein, Stuttgart 2004 [RUB 8285]); Hartmann von Aue: Gregorius, hg. v. Hermann Paul, neu bearbeitet von Burghart Wachinger, 15., durchges. u. erw. Auflage, Tübingen 2004 (ATB 2); Der heilige Georg Reinbots von Durne. Nach sämtlichen Handschriften, hg. v. Carl von Kraus, Heidelberg 1907 (Germanische Bibliothek 1); Hans Ulrich Gumbrecht: ‹Faszinationstyp Hagiographie› - ein historisches Experiment zur Gattungstheorie, in: Christoph Cormeau (Hg.): Deutsche Literatur im Mittelalter. Kontakte und Perspektiven, Stuttgart 1979 (Gedenkschrift Hugo Kuhn), S. 37–84; Edith Feistner: Historische Typologie der deutschen Heiligenlegende des Mittelalters von der Mitte des 12. Jahrhunderts bis zur Reformation, Wiesbaden 1995 (Wissensliteratur im Mittelalter 20); Christian Kiening: Ästhetische Heiligung. Von Hartmann von Aue zu Lars von Trier, in: Facetten des Heiligen. Neue Rundschau 115 (2004), S. 56–71; Max Wehrli: Roman und Legende im deutschen Hochmittelalter, in: ders.: Formen mittelalterlicher Erzählung. Aufsätze, Zürich, Freiburg 1969 (11961), S. 155–176, hier S. 158; Ulrich Wyss: Legenden, in: Volker Mertens, Ulrich Müller (Hg.): Epische Stoffe des Mittelalters, Stuttgart 1984, S. 40–60.
Medienwandel – Medienwechsel – Medienwissen
Di 18.15–20.00, alle 14 Tage ab 26.02.
Das Kolloquium wendet sich an die Doktorierenden und Mitwirkenden des Nationalen Forschungsschwerpunkts «Medienwandel - Medienwechsel - Medienwissen», steht aber auch allen Interessierten offen. Diskutiert werden neue Ansätze der Mediengeschichte und -theorie, in diesem Semester anhand der Präsentationen arrivierter WissenschaftlerInnen der Universität Zürich aus verschiedenen Fachbereichen.
Mertens-Fleury, Katharina
Erzählen, Wiedererzählen und Erneuern
Di 14.00–15.45
Mittelalterliche Texte werden erzählt, wiedererzählt und dabei auch je neu und anders wiedergegeben. Das Kolloquium wird sich solcher Varianz von Texten und ihren Stoffen widmen, den Arten der Umsetzung und auch jenen Semantiken, die dazu dienen, diese Prozesse der Transformation und der Abweichung zu bezeichnen. Es wird sich somit auf die Beschreibung und Lektüre von Umformungen und Erneuerungen des nur auf den ersten Blick ‹immer wieder Gleichen› konzentrieren. Zur Bestimmung dieser Phänomene greifen wir die Ergebnisse der jüngsten mediävistischen Forschung auf, die sich sehr intensiv mit diesen Fragen befasst hat wie auch neuere kulturwissenschaftliche Ansätze. Als Beispiele für das Erzählen, Wiedererzählen und Erneuern dienen Texte der mittelalterlichen Kleinepik.
Bitte besorgen Sie sich deshalb folgende Textsammlung, die Sie schon in der ersten Sitzung benötigen werden und die für dieses Modul als Grundlage dient: Novellistik des Mittelalters. Texte und Kommentare. Hg. v. Klaus Grubmüller. Berlin 2010 (Deutscher Klassiker Verlag im Taschenbuch 47).
Mesley, Matthew
English for Historians: Introduction into British History
Di 16.15–18.00
This course provides an overview of the key events that have shaped English history, and will do so in an environment in which students at all levels of proficiency in English can practice and improve their language skills. Throughout the course we will examine a number of events that English historians deem significant, including: The Norman Conquest (1066), Magna Carta (1215), The English Reformation (16th Century), The English Civil War (1640–60) The Industrial Revolution (1750–1850). These are brought together by three themes running throughout the course, reflecting areas of study and methodology: the concept of Revolution; the clash of ideas and values; and the notion of continuity and change. Through these themes we will trace the way contemporaries sought to respond to social, political and cultural developments, exploring the role of religious and secular beliefs; civil unrest, monarchy and leadership; and changes in politics, industry and society. Students will be provided with selected extracts of original source material. Each seminar will be based around a discussion of these documents and key texts, along with one or two secondary texts. The course will promote collaborative participation, and will include presentations, a primary source evaluation, and a piece of critical and analytical writing. In taking the course students will gain an understanding of a broad sweep of medieval, early modern and modern English history. They will also learn tools in order to improve their analytical thinking and academic writing in English.
Learning Objectives: Develop an understanding of the events that scholars have interpreted as significant in shaping England; Develop written and oral communication skills in English through discussions and seminar preparation; Use critical judgement in weighing the validity, usefulness and implications of different sources; Improve their academic writing in English.
Hinweis: Aus organisatorischen Gründen ist für Studierende aller Studiengänge die Anmeldung im entsprechenden OLAT-Kurs wichtig.
Müller, Samuel
Kreuzfahrer und andere ‹Lateiner› in byzantinischen Quellen des Hochmittelalters
Do 16.15–18.00
Das 12. Jahrhundert war in verschiedener Hinsicht eine Zeit des Umbruchs für die Byzantiner. Zahlreiche Entwicklungen, darunter besonders die Kreuzzüge und die Expansion der italienischen See- und Handelsmächte im östlichen Mittelmeerraum, führten zu einer Intensivierung der byzantinisch-westlichen Kontakte auf diversen Ebenen. Das Ende dieser Epoche markiert die Eroberung Konstantinopels durch Kreuzfahrer und Venezianer im Jahr 1204. Diese Zäsur führte zu einer massiven Zerrüttung sowohl des Byzantinischen Reiches als auch des Verhältnisses der Byzantiner zu den West- und Mitteleuropäern und hat insbesondere die Beziehungen zwischen Katholizismus und Orthodoxie bis heute geprägt. Ein Hauptziel des Kolloquiums ist es, durch die Lektüre der Werke von byzantinischen Autoren sowie der Sekundärliteratur Thesen zu möglichen Einstellungen der Byzantiner gegenüber den West- und Mitteleuropäern des 12. Jahrhunderts zu entwickeln, die in den griechischen Texten dieser Zeit oft als ‹Lateiner› bezeichnet werden. In methodischer Hinsicht wird besonderes Gewicht auf die Quellenkritik gelegt. Ausserdem soll anhand der Kolloquiumslektüre die Anwendung bzw. Anwendbarkeit von modernen Fragestellungen und Forschungsansätzen wie beispielsweise der Mentalitätsgeschichte thematisiert werden.
Literaturhinweise: Überblick (mit ausführlicher Bibliographie): Schreiner, Peter, Byzanz. 565–1453 [Oldenburg Grundriss der Geschichte 22] München 2011 (4., aktualisierte Aufl.), insbes. S. 27–34, 140–147, 162–183; Quellenkritik und neuere Forschungsansätze: Goetz, Hans- Werner, Moderne Mediävistik. Stand und Perspektiven der Mittelalterforschung. Darmstadt 1999; Goetz, Hans-Werner, Proseminar Geschichte: Mittelalter [UTB 1719] Stuttgart 2006 (3., überarbeitete Aufl.); Landwehr, Achim, Historische Diskursanalyse [Historische Einführen 9] Frankfurt; New York 2008.
Hinweis: Aus organisatorischen Gründen ist für Studierende aller Studiengänge die Anmeldung im entsprechenden OLAT-Kurs wichtig.
Nievergelt, Andreas
Sprachhistorische Lektüre mittelhochdeutscher Texte
Mo 14.00–15.45
Die Veranstaltung ist als gemeinsame Lektüre ausgewählter mittelhochdeutscher Texte vorgesehen, die sich auf sprachgeschichtliche wie lautliche, morphologische und syntaktische Gesichtspunkte konzentriert, also eine möglichst exakte Erörterung der mittelhochdeutschen Sprachstruktur zum Ziel hat. Das Kolloquium gestaltet sich damit auch als praktische Einführung in die mittelhochdeutsche Grammatik. Individuelle Vorbereitung und aktives Mitmachen in den Sitzungen sind Voraussetzungen zur Kursteilnahme.
Rippl, Coralie
Erzähltes Erzählen im europäischen Mittelalter
Di 16.15–18.00
Worum es gehen soll: Zehn junge Menschen, sieben Frauen und drei Männer, fliehen aus dem pestverseuchten Florenz auf ein Landgut und verbringen dort zehn Tage, die sie sich mit dem Erzählen von Geschichten strukturieren. Die Technik der ‹Erzählung in der Erzählung›, genauer, der Figurenerzählung in der Erzählung (Genette: Metadiegese), wird mit Boccaccios «Decameron» (1349) prominent und für die Gattung Novelle unter dem Schlagwort ‹fingierte Mündlichkeit› stilbildend. Wir wollen uns nach ähnlichen Konstellationen in der mhd. Literatur umsehen und fragen, welche Funktionen das Erzählen im Erzählen hier hat. Denn während im deutschen Sprachraum mit den lateinischen Exemplasammlungen und Werken wie den «Sieben weisen Meistern» das Ordnungsparadigma der Rahmenerzählung literaturgeschichtlich betrachtet genauso vorhanden war wie in Italien, scheint die Verbindung dieses Arrangements mit dem Ideal höfischer Konversation und Geselligkeit für Boccaccios «Decameron» doch einzigartig zu sein. Dieser Ausnahmestatus bringt mit sich, dass leicht alles Vorhergehende und (in Teilen) Vergleichbare mit einem kategorischen ‹noch nicht› bewertet wird. Das galt und gilt zum Beispiel für mittelalterliche Versnovellistik (Märe, Fabliau etc.). Gerade für diese Texte ist das Phänomen der ‹Erzählung in der Erzählung› jedoch poetologisch grundlegend: Auch hier sind Tendenzen zur Rahmenbildung und damit die Integration von mehreren Figurenerzählungen in eine Erzählung zu erkennen. Wir wollen den alten Streit darum, ob mittelalterliche Versnovellistik vom «Decameron» aus betrachtet ‹schon› oder ‹noch nicht› novellistisch sei, nicht wieder aufwärmen. Stattdessen werden wir ohne vorgreifliche Wertungen narratologisch und komparatistisch entlang des beschriebenen Phänomens ‹Erzählung in der Erzählung› vorgehen und nach spezifischen Funktionen dieser Technik für einzelne Texte fragen: Wir wollen uns ansehen, wo und wie Figuren zu Erzählern werden, welche Rolle ihre Binnenerzählungen auf der Handlungsebene spielen und welche Funktionen sie für die Ebene der Narration übernehmen. Wie gross ist hier die funktionale Einbindung der Binnengeschichten? Entwickeln sie eine Selbständigkeit der ‹Rahmenerzählung› gegenüber? Kann man von Perspektivierungsstrategien und der Erzeugung von ‹Vielstimmigkeit› sprechen? Was ist aus den literarischen Aspekten narrativer Praxis für die Frage nach dem historischen Status der Kulturtechnik geselligen Erzählens zu gewinnen? Diese und andere verwandte Fragen werden wir im Vergleich mit ausgewählten ‹Situationen des Erzählens› in den Grossgattungen untersuchen, wo etwa das Motiv des geselligen Erzählens oder Lesens als höfische Kulturtechnik begegnet - u.a. in Hartmanns «Iwein», in Konrad Flecks «Flore und Blanscheflur», Gottfrieds «Tristan» und Wolframs «Titurel».
Wie Sie sich vorbereiten können: Bis zum Semesteranfang ist das «Decameron» in deutscher Übersetzung zu lesen, zur Anschaffung empfohlene Ausgabe: Giovanni Boccaccio: Das Dekameron. Übersetzt von Karl Witte, durchgesehen von Helmut Bode. Mit einem Nachwort und einer Zeittafel von Winfried Wehle. Düsseldorf/Zürich 2005. Die anderen Primärtexte bzw. die Ausschnitte daraus werden vor Vorlesungsbeginn auf OLAT zur Verfügung gestellt - Sie finden die Kursplattform unter dem hier genannten Titel des Kolloquiums im OLAT-Katalog, bitte schreiben Sie sich ein. Die einführende Sekundärliteratur finden Sie ebenfalls auf OLAT oder in einem Semesterapparat, der zum Kolloquium in der Seminarbibliothek erstellt wird.
Einführende Literatur: Klaus Grubmüller: Die Ordnung, der Witz und das Chaos. Eine Geschichte der europäischen Novellistik im Mittelalter: Fabliau - Märe - Novelle. Tübingen 2006; Harald Haferland und Michael Mecklenburg: Erzählungen in Erzählungen. Phänomene der Narration in Mittelalter und früher Neuzeit. München 1996 (=Forschungen zur Geschichte der älteren deutschen Literatur 19). Darin: Klaus Grubmüller: Schein und Sein. Über Geschichten in Mären (S. 243–257); Caroline Emmelius: Gesellige Ordnung. Literarische Konzeptionen von geselliger Kommunikation in Mittelalter und Früher Neuzeit. Berlin 2010 (=Frühe Neuzeit 139).
Rippmann Tauber, Dorothee und Stefan Sonderegger
Ländliche Gesellschaft im Mittelalter: Lektüre und Interpretation von Archivquellen
Mi 16.15–18.00
Das Kolloquium dient der praktischen Übung mit Handschriften aus der Zeit vom 13. bis 17. Jahrhundert. Es werden unedierte Quellen aus Archiven, die thematisch im Zusammenhang mit dem Seminar «Ländliche Gesellschaft im Mittelalter» (Mittwoch, 14.00–15.45 Uhr) stehen, in Kopie abgegeben, miteinander gelesen und diskutiert. Das Kolloquium kann auch unabhängig vom Seminar besucht werden. Die Kursteilnehmer und -teilnehmerinnen werden darüber hinaus vereinzelte Umschriften von Originalen anfertigen und sich so Grundkenntnisse im Transkribieren aneignen.
Unterrichtsmaterialien sind auf Olat aufgeschaltet. Die Studierenden können mit Kopien von Originaldokumenten und im Archiv arbeiten.
Literaturhinweise: www.adfontes.uzh.ch; Guggenheimer, Dorothee/Sonderegger, Stefan: Dokumente des 13. bis 20. Jahrhunderts aus dem Stadtarchiv St.Gallen: interaktive Leseübungen und Kommentare, Zürich 2006.
Hinweis: Aus organisatorischen Gründen ist für Studierende aller Studiengänge die Anmeldung im entsprechenden OLAT-Kurs wichtig.
Roelli, Philipp und Benjamin Gleede
Johannes Scotus Eriugena, Periphyseon (Kolloquium Antike und Christentum)
Di 16–18, am 26.2., 5.3., 19.3., 16.4., 23.4., 14.5. und 21.5.
Das Kolloquium Antike und Christentum findet jeweils im Frühjahrssemester statt und behandelt abwechselnd ein lateinisches oder griechisches Thema. Die Veranstaltung wird interdisziplinär von Kirchengeschichte, klassischer und mittellateinischer Philologie organisiert. Dieses Semester werden wieder Benjamin Gleede von der Kirchengeschichte und Philipp Roelli das Kolloquium zu Eriugena leiten. Das Besondere dieses Philosophen des 9. Jhs. ist seine neuplatonische Orientierung und die Tatsache, dass er als einer der wenigen seiner Zeit über Griechischkenntnisse verfügte. In der Veranstaltung werden gemeinsam Ausschnitte aus seinem Hauptwerk gelesen und diskutiert. Für fortgeschrittene Studenten.
Roelli, Philipp
Mystische Wissenschaft an der Wende zur Neuzeit
Mi 14–16
In dieser Lektüre lesen wir Texte von Denkern, die mit einer mystisch-ganzheitlichen Tendenz das Wesen der Welt zu erfassen versuchten. Die meisten der behandelten Autoren bewegten sich eher am Rand der akademisch-wissenschaftlichen Welt, doch bilden sie eine Art geistige Unterströmung durch die Jahrhunderte. Es ist ihnen gemeinsam, dass ihr Weltbild mehr auf der Rezeption von Plato und spätantiken platonica wie dem Corpus Hermeticum basiert als auf derjenigen des Aristoteles. Zeitlich beginnen wir im 14. Jh. mit dem mystischen Kombinatoriker Raimundus Lullus und enden beim Philosophen Baruch Spinoza im 17. Jh.
Nach einer kurzen Einführung zu jedem Autor lesen wir jeweils ein bis zwei Doppelstunden aus einem Werk, um einen etwas grösseren Einblick in die Gedankenwelt des Autors zu erlangen. Die Texte, die wir gemeinsam lesen, werden nicht technisch sondern allgemeinverständlich sein und sollen das Weltbild des jeweiligen Autors illustrieren. Nebst den beiden genannten Autoren sollen behandelt werden: Kardinal Nicolaus Cusanus, Platoübersetzer Marsilius Ficinus, Mathematiker Hieronymus Cardanus, eine fiktive Mondreise des Astronomen Kepler, ein Gedicht des spirituellen Materialisten Giordano Bruno und der jesuitische Universalgelehrte Athanasius Kircher.
Rübekeil, Ludwig
Frühgeschichte der germanischen Sprachen
Di 14.00–15.45
Die Vorlesung führt in die Anfänge der germanischen Sprachgeschichte und die frühen Überlieferungsstufen der germanischen Sprachen ein, erstreckt sich also vom Indogermanischen bis in die mittelalterliche Überlieferung der sogenannten ‹Alt›-Sprachen (Althochdeutsch, Altnordisch, Altenglisch, Gotisch usw.). Dargestellt wird zum einen die Entwicklung der typischen grammatischen Strukturen (mit Schwerpunkten in der Phonologie und Morphologie), zum anderen Aspekte der ‹äusseren› Sprachgeschichte, also zeit- und kulturgeschichtliche Kontexte sowie ihres sprachlichen Niederschlags beispielsweise im Lexikon. Da es sich bei den behandelten Sprachstufen zum Teil um Rekonstruktsprachen und Trümmersprachen handelt, werden auch methodische Fragen thematisiert, so etwa die Prinzipien der Rekonstruktion oder des Umgangs mit frühgeschichtlichen Quellen und Überlieferungsformen.
Rübekeil, Ludwig
Sprachgeschichte und Frühgeschichte. Kolloquium für Fortgeschrittene
Mi 14.00–15.45, ab 26.02.
Das Kolloquium bietet zum einen Gelegenheit, eigene Arbeiten zu präsentieren und zu diskutieren, darüber hinaus aber auch die Gelegenheit zur Auseinandersetzung mit aktuellen Themen und Arbeitsmethoden des Faches, zu denen wir ausgewählte Aufsätze lesen und diskutieren. Alle fortgeschrittenen Studierenden sind willkommen; besonders angesprochen sind diejenigen, die gerade ein grösseres Thema bearbeiten (Master-, Lizenziats-, Doktorarbeit) und sich dafür Anregungen und konstruktive Kritik einholen wollen.
In den Themenfokus ‹Sprachgeschichte und Frühgeschichte› gehören im weitesten Sinn Fragestellungen zur älteren Sprachgeschichte der germanischen Sprachen sowie zu ihren Schnittstellen zu Geschichte und Kultur. Präsentierte Abschlussarbeiten können aber auch ausserhalb dieses weiten Rahmens angesiedelt sein. Themenvorschläge und sonstige inhaltliche Anregungen werden während der ersten Sitzung besprochen.
Scherrer, Christine und Maximilian Benz
Geld und Vergeltung in der Literatur
Di 10.15–12.00
Das ‹Geld› und die ‹Vergeltung›, die mehr bedeutet als ‹Rache›, gehen sprachgeschichtlich auf dieselbe Wurzel zurück. Es handelt sich hierbei nicht nur um einen etymologischen Zusammenhang, sondern auch um einen sachlichen, der sich im Lauf der Zeit gewandelt hat.
Das Kolloquium hat sich in diesem Sinne einer Spurensuche verschrieben, wird doch der Zusammenhang von Geld und Vergeltung auch in der mittelalterlichen Literatur verhandelt. Anhand einer akkuraten Lektüre vom Guoten Gerhart Rudolfs von Ems, verschiedenen Kurzerzählungen des Spätmittelalters und des Prosaromans Fortunatus sollen unterschiedliche Aspekte vormoderner Ökonomie zur Sprache kommen: die Bedeutung und Funktion von Geld, das Verhältnis von Gabe und Tausch sowie die Relation von Begehren, Körper und Geschlecht. Während dabei ein kulturgeschichtliches Interesse die mitunter schwierige Vereinbarkeit von christlicher Moral und wirtschaftlicher Praxis fokussiert, nimmt eine poetologisch ausgerichtete Lektüre das Verhältnis von Ökonomie und Erzählen in den Blick.
Schneider-Lastin, Wolfram
Einführung in die Computerphilologie für GeisteswissenschaftlerInnen II
Fr 13.00–17.00
Neben einer Einführung in XML und die Prinzipien der anwendungsneutralen, medienunabhängigen Auszeichnung von Texten werden die speziellen Probleme behandelt, die gelöst werden müssen, wenn Texte wissenschaftlich bearbeitet werden sollen: die Erfassung von Texten, die z. B. Sonderzeichen und nichtlateinische Zeichensätze enthalten, die Analyse eines Textes unter sprachwissenschaftlichen, zumal lexikographischen Gesichtspunkten, die Arbeit an einer textkritischen Edition, die Erstellung einer im WWW recherchierbaren Datenbank, mit der eigene Resultate publiziert werden sollen - diese Beispiele lassen erkennen, dass die EDV Lösungen für Problemstellungen der Geisteswissenschaften bereithält; zugleich lassen sie ahnen, dass die Übertragung von EDV-Lösungen aus anderen Anwendungsbereichen nicht ohne Weiteres möglich ist. In diesem Kurs soll daher einerseits die Fähigkeit zur Beschreibung fachwissenschaftlicher Probleme aus einer EDV-Perspektive vermittelt werden. Zum anderen soll anhand ausgewählter Problemstellungen und ausgewählter Werkzeuge der Einsatz von EDV in textbasierten Wissenschaften eingeübt werden. Der Kurs liefert damit das Rüstzeug sowohl für die Arbeit in wissenschaftlichen Projekten an der Universität wie für viele Berufsfelder ausserhalb des akademischen Betriebs. Der interdisziplinär, d. h. für Studierende, Projektmitarbeiter und Lehrende aller historischen, philologischen, sprach- und literaturwissenschaftlichen Fächer sowie der Theologie angebotene Kurs führt den Kurs I aus dem HS fort, ist aber auch für Neueinsteigende mit EDV-Vorkenntnissen geeignet. Vorführung und praktische Übungen der Teilnehmenden an mitgebrachten Laptops oder Intel-Macs werden sich dabei abwechseln. Neben diversen freien XML-basierten Software-Produkten wird hauptsächlich das «Tübinger System von Textverarbeitungsprogrammen» TUSTEP, eines der leistungsfähigsten Werkzeuge zum wissenschaftlichen Umgang mit Textdaten, zum Einsatz kommen. Die Software wird im Kurs kostenlos zur Verfügung gestellt.
Anmeldung von Neueinsteigenden beim Dozenten.
Schwedler, Gerald
Grundwissen zum früheren Mittelalter. Strukturen, Ereignisse, Forschungskontroversen
Do 14.00–15.45
Das Kolloquium bietet eine konzise Einführung in die Strukturen, Ereignisse und Lebensbedingungen in der Zeit vom 5. bis zum 11. Jahrhundert. Dabei geht es sowohl um den Wandel gesellschaftlicher Strukturen als auch um die Persönlichkeiten und Gesellschaftsgruppen die diesen Wandel vorantrieben und nicht zuletzt um jene Momente, an denen sich der gesellschaftliche Wandel festmachen lässt: die historischen Ereignisse.
Literaturhinweise: Reinhold Kaiser, Das römische Erbe und das Merowingerreich, 3., überarb. und erw. Aufl. 2004 Oldenbourg. (ca. 30 CHF); Rudolf Schieffer, Die Karolinger, 4., überarb. u. erw. Aufl. 2006 (UrbanTaschenbücher 411) (ca. 25 CHF).
Hinweis: Aus organisatorischen Gründen ist für Studierende aller Studiengänge die Anmeldung im entsprechenden OLAT-Kurs wichtig.
Sonderegger, Stefan und Dorothee Rippmann Tauber
Ländliche Gesellschaft im Mittelalter: Lektüre und Interpretation von Archivquellen
Mi 16.15–18.00
Das Kolloquium dient der praktischen Übung mit Handschriften aus der Zeit vom 13. bis 17. Jahrhundert. Es werden unedierte Quellen aus Archiven, die thematisch im Zusammenhang mit dem Seminar «Ländliche Gesellschaft im Mittelalter» (Mittwoch, 14.00–15.45 Uhr) stehen, in Kopie abgegeben, miteinander gelesen und diskutiert. Das Kolloquium kann auch unabhängig vom Seminar besucht werden. Die Kursteilnehmer und -teilnehmerinnen werden darüber hinaus vereinzelte Umschriften von Originalen anfertigen und sich so Grundkenntnisse im Transkribieren aneignen.
Unterrichtsmaterialien sind auf Olat aufgeschaltet. Die Studierenden können mit Kopien von Originaldokumenten und im Archiv arbeiten.
Literaturhinweise: www.adfontes.uzh.ch; Guggenheimer, Dorothee/Sonderegger, Stefan: Dokumente des 13. bis 20. Jahrhunderts aus dem Stadtarchiv St.Gallen: interaktive Leseübungen und Kommentare, Zürich 2006.
Hinweis: Aus organisatorischen Gründen ist für Studierende aller Studiengänge die Anmeldung im entsprechenden OLAT-Kurs wichtig.
Stercken, Martina und Claudia Zey
Exkursion: Die Normandie als politischer Raum im Mittelalter
Das Herzogtum Normandie im Nord-Westen Frankreichs gehört zu den früh entwickelten Herrschaftsräumen des europäischen Hochmittelalters mit grosser Ausstrahlung. Hier wurden neue Formen zentralisierter Verwaltung erprobt; von hier aus vollzog sich die Eroberung Englands und Süditaliens. Die Exkursion (3.6.–9.6.2013), die zu den weltlichen und geistlichen Zentren der Region führt, soll die Normandie als politischen Raum zur Zeit Wilhelms des Eroberers erfahrbar machen. Sie wird von Zürich über Paris nach Bayeux, Caen, zum Mont Saint-Michel, nach Avranches, Coutances, Falaise, Jumièges und Rouen führen.
Literaturhinweis: Werner Schäfke, Normandie. Vom Seine-Tal zum Mont Saint-Michel, Köln 1997.
Hinweis: Die Exkursion kann nur in Verbindung mit der Teilnahme am Block-Seminar besucht und gebucht werden (Beginn: 23.03.2013). Die Leistungsüberprüfung findet im Rahmen der Exkursion durch orts- und themenbezogene Referate statt. Keine Vorbesprechung. Aus organisatorischen Gründen ist für Studierende aller Studiengänge die Anmeldung im entsprechenden OLAT-Kurs wichtig.
Strologo, Franca
Dante «Inferno»
Mo 12.15–13.45
In questo ciclo di lezioni si studierà l’Inferno dantesco, con particolare attenzione ai canti richiesti per l’esame relativo alle Liste di lettura.
Contemporaneamente si effettueranno aperture sulla letteratura del Due-Trecento e si forniranno nozioni di storia della critica letteraria dantesca. Possibili modifiche del piano di lettura dipenderanno dalla dinamica del corso e dalle esigenze degli studenti.
La frequenza è aperta a tutti. Il corso sarà accompagnato da un modulo E-Learning, grazie al quale si scambieranno materiali e interpretazioni (indirizzo e istruzioni saranno forniti all’inizio del semestre). Le condizioni per il riconoscimento della frequenza del corso saranno, oltre a una presenza regolare e una partecipazione attiva, una breve presentazione orale e lo svolgimento di un questionario scritto.
L’edizione dell’Inferno consigliata è quella con il commento di Anna Maria Chiavacci Leonardi (Milano, Mondadori, 2003 e sgg.). Le indicazioni bibliografiche relative agli argomenti trattati saranno fornite nel corso delle lezioni.
Per informazioni ulteriori la docente può essere contattata al seguente indirizzo: strologo{a}rom.uzh.ch.
Svec Götschi, Milena
Mittelalterliche Geschichte 2.0: Virtuelle Hilfsmittel, Lexika, Quellensammlungen, Bibliographien
Mo 10.15–12.00
Noch vor wenigen Jahren war das Durchforsten von Zettelkästen Teil der historischen Recherche, das Wissen wurde in erster Linie aus Büchern bezogen. Mit der zunehmenden Digitalisierung hat sich diese Ausgangslage grundlegend verändert: Datenbankrecherchen gehören mittlerweile zur wissenschaftlichen Realität. Quellenwerke werden nicht mehr von Hand, sondern per Mausklick durchgeblättert und mit Hilfe der Volltextsuche systematisch durchsucht. Diese Entwicklung hat auch Auswirkungen auf das Studium der mittelalterlichen Geschichte. Eine wissenschaftliche mediävistische Herangehensweise bedingt die Aneignung fachspezifischer Kompetenzen und Fertigkeiten, sei es im Bereich Hilfswissenschaften, sei es im Umgang mit Nachschlagewerken, Bibliographien, Quelleneditionen und Hilfsmitteln. Zusätzlich zu den gedruckten Versionen bieten heute unzählige OnlineDatenbanken Hilfestellung bei der historischen Recherche. Es gilt also nicht nur, die gedruckten Standardhilfsmittel im Bereich der mittelalterlichen Geschichte zu kennen, sondern auch die digital aufbereiteten mediävistischen Online-Angebote nutzen zu können. Angesichts eines zunehmend wachsenden Angebots ist es oftmals nicht einfach, den Überblick zu bewahren und die Spreu vom Weizen zu trennen. In diesem Kolloquium sollen die wichtigsten Online-Datenbanken und Fachportale im Bereich mittelalterlicher Geschichte zusammengestellt, präsentiert, bewertet und gebündelt werden. Es ist zudem geplant, inhaltlich gelungene und formal ansprechende Kolloquiumsbeiträge ins Netz zu stellen.
Hinweis: Aus organisatorischen Gründen ist für Studierende aller Studiengänge die Anmeldung im entsprechenden OLAT-Kurs wichtig.
Tinner, Sarah
Outils ‹traditionnels› de la linguistique historique: l’édition des textes médiévaux
Mo 12.15–13.45
Les textes médiévaux qui constituent la base de travail des sciences linguistique et littéraire nous ont été transmis sous forme manuscrite. La philologie éditoriale a comme objectif de lire de tels manuscrits et de les transcrire sous une forme intelligible pour le lecteur moderne. Des exercices de paléographie développés en lien avec la plate-forme zurichoise Ad Fontes familiariseront les étudiants avec le monde multiforme des manuscrits médiévaux. Le cours introduira, parallèlement, à l’histoire de la philologie éditoriale de même qu’à l’étude du lexique du français médiéval. Des connaissances de base en ancien français sont indispensables pour ce cours.
Le cours comprend, outre les exercices d’entraînement de semaine en semaine, la remise d’une édition de texte à la fin du semestre.
Thöny, Luzius
Wortschatz der germanischen Stabreimdichtung
Di 16.15–18.00
Thema dieser Übung ist der poetische Wortschatz der germanischen Stabreimdichtung. Nach einem Überblick über das Korpus der alliterierenden Versdichtung in den ältesten germanischen Sprachstufen und einer Einführung in Versmasse und Alliterationstechnik wenden wir uns der Lektüre einzelner Textzeugnisse zu und beschäftigen uns eingehend mit dem Wortschatz und dem charakteristischen, auf wiederkehrenden Formeln basierenden Kompositionsstil. Schwerpunktmässig werden wir uns mit der westgermanischen Buchepik des 9. - 11. Jahrhunderts auseinandersetzen; die nordgermanische Tradition wird daneben öfters als Vergleichsbasis hinzugezogen. In der praktischen Arbeit stehen die Förderung der Lesekompetenz sowie etymologische und sprachvergleichende Fragestellungen im Vordergrund.
Hinweis: Der Leistungsnachweis besteht aus schriftlichen Übungen, die während dem Semester zu lösen sind. Zudem wird ein Kurzvortrag verlangt. Kenntnisse altgermanischer Sprachen sind erwünscht, werden aber nicht vorausgesetzt.
Wagner, Filine und Simone Westermann
Von Aria bis Varietà: grundlegende Begriffe der italienischen Kunstliteratur, 1400–1600
Mo 16.15–18.00
Im Prolog zu seinem Dante-Kommentar von 1481, pries Cristoforo Landino einige der wichtigsten Florentiner Künstler des 15. Jahrhunderts: Masaccio, Filippo Lippi und Fra Angelico. In seiner Lobrede beschrieb er Masaccio als imitatore di natura und guten componitore, seine Kunst als puro und von grosser facilità. Für ihn war Filippo Lippi gut im rilievo, während er Fra Angelicos Werke als sehr ornato bezeichnete. Landinos Beschreibung der Florentiner Künstler und ihrer Werke verdeutlicht das komplexe Vokabular der Kunstkritik der Renaissance, dessen genaue Bedeutung für heutige Leser nur schwer nachvollziehbar ist.
Die Übung soll einen Einblick in die Bedeutungen der wichtigsten Begriffe der Kunstliteratur des 15. und 16. Jh. bieten und einen sicheren Umgang mit diesen ermöglichen. Das Ziel der Übung ist auch, in Zusammenarbeit mit den Studenten ein Nachschlagewerk zu wesentlichen Begriffen zu erstellen, in dem neben einer Erläuterung der Termini die entscheidenden Quellen und die Sekundärliteratur aufgeführt werden.
Zielgruppe: Die Veranstaltung richtet sich an Studierenden im Bachelor- und Master-Studiengang Kunstgeschichte; AuditorInnen sind nicht zugelassen.
Voraussetzungen: Italienischkenntnisse sind von Vorteil, aber nicht zwingend erforderlich.
Hinweise: Die Lehrveranstaltung nimmt maximal 28 Studierende auf. AuditorInnen sind nicht zugelassen.
Westermann, Simone und Filine Wagner
Von Aria bis Varietà: grundlegende Begriffe der italienischen Kunstliteratur, 1400–1600
Mo 16.15–18.00
Im Prolog zu seinem Dante-Kommentar von 1481, pries Cristoforo Landino einige der wichtigsten Florentiner Künstler des 15. Jahrhunderts: Masaccio, Filippo Lippi und Fra Angelico. In seiner Lobrede beschrieb er Masaccio als imitatore di natura und guten componitore, seine Kunst als puro und von grosser facilità. Für ihn war Filippo Lippi gut im rilievo, während er Fra Angelicos Werke als sehr ornato bezeichnete. Landinos Beschreibung der Florentiner Künstler und ihrer Werke verdeutlicht das komplexe Vokabular der Kunstkritik der Renaissance, dessen genaue Bedeutung für heutige Leser nur schwer nachvollziehbar ist.
Die Übung soll einen Einblick in die Bedeutungen der wichtigsten Begriffe der Kunstliteratur des 15. und 16. Jh. bieten und einen sicheren Umgang mit diesen ermöglichen. Das Ziel der Übung ist auch, in Zusammenarbeit mit den Studenten ein Nachschlagewerk zu wesentlichen Begriffen zu erstellen, in dem neben einer Erläuterung der Termini die entscheidenden Quellen und die Sekundärliteratur aufgeführt werden.
Zielgruppe: Die Veranstaltung richtet sich an Studierenden im Bachelor- und Master-Studiengang Kunstgeschichte; AuditorInnen sind nicht zugelassen.
Voraussetzungen: Italienischkenntnisse sind von Vorteil, aber nicht zwingend erforderlich.
Hinweise: Die Lehrveranstaltung nimmt maximal 28 Studierende auf. AuditorInnen sind nicht zugelassen.
Zäch, Benedikt
Politische und wirtschaftliche Identitäten: Münzprägung und Münzvertragspolitik im Spätmittelalter
Fr 14.00–15.45
Im süddeutsch-schweizerischen Gebiet wurden im 14. und 15. Jahrhundert zahlreiche Münzbündnisse mit einer gemeinsamen Münzprägung der Vertragspartner und der Regelung des Geldumlaufs abgeschlossen. Es sind Ordnungsinstrumente im Rahmen der Herausbildung von Landesherrschaft und städtischer Wirtschaft. Aber in welcher Form wurden durch diese Bündnisse auch regionale wirtschaftliche Identitäten geschaffen? Das Kolloquium ist auch eine Einführung in die Münz- und Geldgeschichte anhand der Lektüre von Texten und der Interpretation von Quellen ist. Dazu gehört eine praktische Übung mit Münzen, die im Münzkabinett Winterthur stattfindet.
Unterrichtsmaterialien: Peter Spufford, Money and its use in medieval Europe, Cambridge 1989; Benedikt Zäch, Habsburgische Münzprägung und Münzpolitik in den Vorlanden um 1400. In: Die Habsburger zwischen Aare und Bodensee, hrsg. von Peter Niederhäuser, Zürich 2010 (Mitteilungen der Antiquarischen Gesellschaft in Zürich, Bd. 77), S. 61–76.
Hinweis: Aus organisatorischen Gründen ist für Studierende aller Studiengänge die Anmeldung im entsprechenden OLAT-Kurs wichtig.
Zey, Claudia und Martina Stercken
Exkursion: Die Normandie als politischer Raum im Mittelalter
Das Herzogtum Normandie im Nord-Westen Frankreichs gehört zu den früh entwickelten Herrschaftsräumen des europäischen Hochmittelalters mit grosser Ausstrahlung. Hier wurden neue Formen zentralisierter Verwaltung erprobt; von hier aus vollzog sich die Eroberung Englands und Süditaliens. Die Exkursion (3.6.–9.6.2013), die zu den weltlichen und geistlichen Zentren der Region führt, soll die Normandie als politischen Raum zur Zeit Wilhelms des Eroberers erfahrbar machen. Sie wird von Zürich über Paris nach Bayeux, Caen, zum Mont SaintMichel, nach Avranches, Coutances, Falaise, Jumièges und Rouen führen.
Literaturhinweis: Werner Schäfke, Normandie. Vom Seine-Tal zum Mont Saint-Michel, Köln 1997.
Hinweis: Die Exkursion kann nur in Verbindung mit der Teilnahme am Block-Seminar besucht und gebucht werden (Beginn: 23.03.2013). Die Leistungsüberprüfung findet im Rahmen der Exkursion durch orts- und themenbezogene Referate statt. Keine Vorbesprechung. Aus organisatorischen Gründen ist für Studierende aller Studiengänge die Anmeldung im entsprechenden OLAT-Kurs wichtig.

